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Muss Pudel Gonzo Erbschaftsteuer zahlen?

Rechtstipp vom 02.01.2013
(275)
Rechtstipp vom 02.01.2013
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Ein Tier kann nicht Erbe sein. Und doch - tierische Erbschaftsteuern können Regelungen zu Gunsten unserer animalischen Lieblinge verursachen, wenn man nicht aufpasst.

Unserem Gonzo soll es auch nach Herrchens Tod gut haben. Deshalb verpflichtet Herrchen seinen Erben, auf Lebensdauer für Gonzos Pflege, Futter und Wohlbefinden zu sorgen. Das ist eine Auflage. Deren Wert kann der Erbe steuerlich geltend machen. Er spart - erst mal - Erbschaftsteuer.

Das ist aber nur die eine (und schöne) Seite der Medaille. Denn wo Steuern durch Ausgaben gespart werden, will Vater Staat die Steuer wieder bei der Einnahme kassieren. Einnahmen hat Gonzo. Der ist durch die „Zweckzuwendung" (so heißt die „Auflage" in Steuerdeutsch) bereichert. Pudel müssen aber keine Steuern zahlen! Wer zahlt stattdessen? Genau: Der Erbe! Und das kann unerwartete Folgen haben. Nicht unbedingt bei billig zu versorgenden Hunden oder Katzen. Wie gleich einmal über 100.000.- Euro Mehrausgaben an Steuern entstehen können, zeigt ein jüngst publiziertes Beispiel:

Der Erblasser verpflichtet seine drei Söhne, die neun Pferde bis zu deren Gnadentod zu versorgen. Wert der Auflage: 665.000 Euro. Jeder Erbe spart zunächst (Erbschaftsteuersatz 19 %) einmal rund 42.000 Euro.

Die Zweckzuwendung in Höhe von 665.000 Euro wird aber mit 35 % versteuert, also Schenkungsteuer nach Abzug des Freibetrages von 5.200 Euro rund 231.000 Euro, pro Erbe rund 80.000 Euro.

Fazit: 42.000 Euro Steuern mit der rechten Hand gespart, 80.000 Euro Steuern mit der linken Hand bezahlt - das war kein gutes Geschäft.

Wie man es besser machen kann, weiß der Fachanwalt für Erbrecht.


aus den Rechtsgebieten Erbrecht, Steuerrecht

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