Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Nachlässigkeit bei Schnittstellenkontrollen

Rechtstipp vom 28.10.2014
Rechtstipp vom 28.10.2014

Nachlässigkeit bei Schnittstellenkontrollen kann teuer werden!

Was bedeutet die Schnittstellenkontrollpflicht für den Spediteur?

Die Allgemeinen Deutschen Spediteur-Bedingungen (ADSp) sehen eine Kontrollpflicht für den Spediteur nach Ziff. 7 ADSp vor. Aufgrund der in der Praxis häufig anwendbaren ADSp erscheint es wichtig, die weitverbreitete Ansicht, dass Schnittstellenkontrollen vernachlässigt werden können, aus dem Weg zu schaffen.

Der Spediteur ist verpflichtet, an den Übergangspunkten des Frachtgutes von einer Rechtsperson an die andere, die Packstücke auf Vollzähligkeit, Identität sowie äußerlich erkennbare Schäden zu überprüfen und Unregelmäßigkeiten zu dokumentieren. Die Schnittstellenkontrollen sind von erheblicher Bedeutung, weil an Beförderungen zahlreiche Rechtspersonen beteiligt sind, die leider nicht immer miteinander, sondern allzu oft gegeneinander arbeiten. Es ist daher Aufgabe des Spediteurs den Sendungsverlauf zu kontrollieren und zu dokumentieren. Dies dient nicht nur der Transparenz, sondern insbesondere dazu, den Schädiger ausfindig zu machen und den Schaden eingrenzen zu können.

Wann haftet der Spediteur?

Die herrschende Rechtsprechung geht davon aus, dass dem Spediteur, der keine ordnungsgemäßen Schnittstellenkontrollen durchführt, ein sog. „grobes Organisationsverschulden“ zur Last gelegt werden kann, wonach dieser haften muss.

Wo sind die Grenzen der Schnittstellenkontrollen?

Die Inhaltsüberprüfung des Spediteurs geht jedoch nicht soweit, als dass dieser eine komplette Inhaltsprüfung des Sendungsgutes vorzunehmen hat. Verpacktes Sendungsgut muss und darf der Spediteur nicht öffnen und überprüfen. Die Pflicht des Spediteurs begrenzt sich auf die Überprüfung äußerlich erkennbarer Schäden.

Wichtig: vollständige Sendungsdokumente!!

Der Spediteur hat nach Ziff. 7.1.2. ADSp die Verpflichtung, das Kontrollergebnis zu dokumentieren. Um später einen oft monatelang zurücklegenden Sachverhalt juristisch aufklären zu können, bedarf es vollständiger Sendungsdokumente im Hinblick auf Schnittstellenkontrollen, die die wichtigste Informations- und Beweisquelle darstellen.

Haben Sie hierzu Fragen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung, wenn Sie Hilfestellung bei Fragen rund um das Thema „Schnittstellenkontrollen“ haben.


Maryam Mamozai

Rechtsanwältin

Avvocato (stbl) · Maître en droit


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Transportrecht & Speditionsrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps des Autors

Damit Sie wissen, wann Sie im Recht sind

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.