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Online-Shopping – Einkaufen im Netz – Welche Risiken gibt es? Welche Rechte habe ich?

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Online-Shopping ist einfach, bequem, rund um die Uhr möglich und auch die Lieferzeiten werden immer kürzer. 

Diesen Vorteilen stehen jedoch auch Nachteile gegenüber, die es zu beachten gilt.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über ein paar der „größten“ Risiken und Ihre grundsätzlichen Rechte beim Online-Einkauf.

A.  Risiken beim Online-Shopping und wie sie sich vermeiden lassen

1. Anonymität

Einer der größten Vorteile für „schwarze Schafe“ ist die weitgehende Anonymität im Internet. 

Der Verkäufer begegnet einem nur „virtuell“ in Form einer Internetseite. Ob der Händler überhaupt existiert oder wo er seinen Geschäftssitz hat, ist für den Käufer schwer nachprüfbar.

Jedoch kann dies im Rahmen der Kaufpreiszahlung und auch für Reklamationen selbstverständlich entscheidend sein.

Hier hilft oft schon vor der Bestellung ein Blick auf das Impressum der jeweiligen Seite. Es gibt verschiedene gesetzliche Vorgaben (z. B. § 5 TMG), die den notwendigen Mindestinhalt des Impressums regeln. Hier sollte beispielsweise zumindest der Name des Unternehmens/Unternehmers samt Anschrift angegeben sein. 

Bei Händlern mit Sitz im EU-Ausland oder noch weiter entfernt ist zudem große Vorsicht geboten.

Nicht nur, dass auf die Bestellung teilweise noch Zoll- oder ähnliche Gebühren anfallen können, auch die Vollstreckung beispielsweise der Kaufpreisrückforderung oder auch die Durchsetzung von Mängelrechten können hier schwierig bis unmöglich sein. 

2. Zugangsdatenmissbrauch und unsichere Zahlungsmethoden

Ein weiteres Risiko stellt der Missbrauch von Zahlungsdaten oder zumindest deren mangelhafte Verschlüsselung dar. 

Auch kommt es vor, dass seriöse Seiten von Dritten manipuliert werden.

Hier hilft es beispielsweise, auf den Verschlüsselungsstandard (typischerweise SSL-Verschlüsselung) zu achten. Aber auch verschiedene Gütesiegel können Anhaltspunkte liefern.

3. „Button-Lösung“ und Abo-Fallen

Manche Anbieter verstoßen zudem weiterhin gegen geltendes Recht. So muss der Button, mit dem die Bestellung getätigt wird, deutlich und gut erkennbar mit „Zahlungspflichtig bestellen“ oder einem, sprachlich ebenso deutlichen, Ausdruck gekennzeichnet sein.

Auch hierauf sollte man als Verbraucher achten.

Sofern es nicht um (reine)Kaufverträge geht, sondern beispielsweise (auch) Dienstleistungen umfasst sind, bedienen sich unseriöse Verkäufer noch immer der so genannten „Abo-Falle“. Häufig wird hierbei beispielsweise ein günstiges „Einstiegsabo“ oder dergleichen angeboten, welches sich automatisch in ein langfristiges, oft teures Abo umwandelt. Allerdings wird man hierüber bei der Bestellung nicht informiert.

Gerade bei „unglaublich“ günstigen Angeboten sollte man besonders vorsichtig sein. Oft erscheinen diese nur günstig.

4. Versteckte Kosten und Gebühren

Häufig locken Anbieter auch mit vermeintlichen „Schnäppchen“, die sich im Laufe des Kaufprozesses jedoch um weitere Kosten und Gebühren erhöhen und im Ergebnis so deutlich teurer werden. 

Insbesondere Reiseportale haben sich hier oft negativ hervorgetan, aber auch grundsätzlich ist auf Transparenzbei den Angeboten und versteckte Kosten und Gebühren zu achten.

Es empfiehlt sich deshalb, vor der Bestellung nochmals alle Preise und Positionen zu überprüfen.

5. AGB

Kaum ein Verbraucher liest die AGB des Händlers vor dem Vertragsschluss. Dies kann sich als großer Fehlerherausstellen, denn hier werden oft ungewollt lange Laufzeiten vereinbart oderweitere unliebsame Einschränkungen gemacht.

Oft berufen sich Händler auch zu Unrecht auf AGB, da diese entweder schon nicht wirksam einbezogen wurden oder die entsprechende Klausel schlicht unwirksam ist. Dennoch glauben manche Verbraucher daran, weil es ja „in den AGB“ steht, denn mangels Fachkenntnis können Verbraucher die AGB gar nicht hinreichend überprüfen. 

B.  Ihre Rechte beim Online-Shopping

1. Anfechtung und Widerruf

Neben der Frage, ob überhaupt ein Vertrag zustande gekommen ist, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Bestellung anzufechten, wenn Sie beispielsweise arglistig getäuscht wurden.

Aber auch bei seriösen Händlern haben Sie selbstverständlich Rechte.

Nachdem Sie die Ware im Online-Handel ja nicht selbst und vor Ort begutachten und prüfen können, hat der Gesetzgeber für Verbraucher, die beispielsweise online bei einem Unternehmer einkaufen, das Widerrufsrecht eingeführt. 

Dieses gewährt Ihnen als Verbraucher gegenüber einem Unternehmer ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Hierbei ist es wichtig, auch darauf zu achten, wann und wie der Verkäufer darüber unterrichtet. Der Händler muss sie auf ihr Widerrufsrecht ausdrücklich und in der gesetzlich vorgeschriebenen Form belehren.

2. Mangelbeseitigung

Auch ein Kauf im Internet ist ein Kauf nach den gesetzlichen Vorschriften über den Kaufvertrag (§§ 433 ff. BGB). 

Deshalb stehen Ihnen auch hier die Gewährleistungsrechte zu, sofern die Sache mangelhaft ist.

Der Verkäufer ist in diesem Fallgrundsätzlich verpflichtet, den Mangel zu beseitigen oder ggf. eine neue, mangelfreie Sache zu liefern.

3. Rücktritt/Minderung

Darüber hinaus können Sie unter Umständen auch vom Kaufvertrag zurücktreten. 

Der Kaufvertrag wird dann zum Rückgewährschuldverhältnis und Sie erhalten den Kaufpreis gegen Rückgewähr der Sache zurück. 

Alternativ zum Rücktritt kann die Minderung möglich sein. Hierbei bleibt der Kaufgegenstand beim Käufer, der Kaufpreis wird jedoch auf Grund des Mangels herabgesetzt bzw. erstattet.

4. Schadensersatz

Neben den Gewährleistungsansprüchen können unter bestimmten Voraussetzungen auch Schadensersatzansprüche in Betracht kommen.

Wir beraten Sie gerne zu Ihren Rechten bzw. den rechtlichen Möglichkeiten, die Sie beim Online-Shopping haben. Wenn Sie weitere Fragen zum Online-Shopping oder zu sonstigen rechtlichen Fragen im Zusammenhang mit dem Internet haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich auch gerne zur Verfügung.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, IT-Recht, Kaufrecht, eBay & Recht

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