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Pkw-Beifahrer bei Unfall verletzt – wer haftet?

Rechtstipp vom 03.10.2016
(83)
Rechtstipp vom 03.10.2016
(83)

Wird bei einem Verkehrsunfall ein Beifahrer verletzt, können erhebliche Ansprüche entstehen (Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Behandlungskosten etc.).

War an dem Unfall kein Unfallgegner beteiligt, kann der verletzte Insasse sowohl die Haftpflichtversicherung und den Halter „seines“ Pkw als auch seinen Fahrer in Anspruch nehmen. Die Versicherung und der Halter haften grds. auch dann, wenn der Fahrer den Unfall nicht verschuldet hat (Gefährdungshaftung).

Kommt es zu einem Unfall mit mehreren Kraftfahrzeugen, haften im Allgemeinen die Haftpflichtversicherer aller beteiligten Fahrzeuge und deren Halter gemeinsam für die Personenschäden der Insassen.

Der Verletzte hat die Wahl, welche Versicherung er in Anspruch nehmen möchte. Er kann grundsätzlich nach seiner Wahl von jeder der beteiligten Kfz-Versicherungen den vollen Schadensersatz verlangen (insgesamt aber nur einmal erhalten). Für den Verletzten spielt es daher keine Rolle, welche Versicherung mit welchem Anteil haftet.

Der verletzte Insasse muss sich vom gegnerischen Versicherer auch ein Mitverschulden seines Fahrers nicht anrechnen lassen.

Allerdings kann den verletzten Beifahrer ein Mitverschulden treffen, wenn er zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt war und seine Verletzungen hierdurch hervorgerufen oder verschlimmert wurden. Bei einem alkoholbedingten Verkehrsunfall muss sich der verletzte Beifahrer ein Mitverschulden anrechnen lassen, wenn er trotz erkennbarer Alkoholisierung des Fahrers an der Fahrt teilgenommen hat.


Rechtstipp aus der Themenwelt Verkehrsunfall und den Rechtsgebieten Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

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