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Proven Oil Canada (POC): Fonds fehlen Millionen - Anleger sollen zahlen

aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Auszahlungen im zweistelligen Prozentbereich waren den Anlegern der Proven Oil Canada (POC) Fonds in Aussicht gestellt worden. Damit wird es nichts. Stattdessen werden die Anleger nun aufgefordert, ihre bereits erhaltenen Ausschüttungen zurückzuzahlen.

Das Berliner Emissionshaus Proven Oil Canada Energy Solutions GmbH hatte die POC Fonds aufgelegt. Über die Fondsgesellschaften konnten sich die Anleger an Öl- und Gasgebieten in Kanada beteiligen. Dabei wurden den Anlegern hohe Renditen versprochen. Die flossen jedoch nur zu Anfang. Schon 2013 mehrten sich in den Medien die kritischen Stimmen zum Geschäftsmodell. Nicht ohne Grund, wie auch die Anleger erfahren mussten.

Auf Grund von Transportschwierigkeiten und großen Preisdifferenzen zwischen US-amerikanischen und kanadischen Öl sprudelten die Gewinne nicht wie erwartet. Um Kosten zu sparen, wurden die Fonds zu einer großen Master-LP zusammengeschlossen. Die negative Entwicklung für die Anleger setzte sich fort. Zunächst wurden die Ausschüttungen reduziert, dann eingestellt. Jetzt sollen die Ausschüttungen für 2013 bis zum 25. Juli zurückgezahlt werden. Das Rückforderungsvolumen belaufe sich insgesamt auf 27 Millionen Euro, berichtet das Manager-Magazin unter Berufung auf Zahlen des Unternehmens. Ein Grund für die Rückforderung soll der gesunkene Ölpreis sein. Darüber hinaus habe eine finanzierende Bank einen Kredit über rund 49 Millionen kanadische Dollar kurzfristig fällig gestellt. Nun sollen die Anleger in die Bresche springen und ihre Ausschüttungen zurückzahlen.

„Die Anleger sollten dieser Aufforderung nicht so ohne weiteres folgen. Sie können ein Urteil des Bundesgerichtshof aus dem Jahre 2013 heranziehen (II ZR 74/11). Rückforderungen bei Publikumsgesellschaften unterliegen einer ähnlichen Kontrolle wie Allgemeine Geschäftsbedingungen. Gibt es Zweifel, ob eine Rückforderung vertraglich berechtigt ist, dann gehen diese Zweifel nicht zu Lasten des Anlegers, sondern zu Lasten des Verwenders, also der Gesellschaft. Über diesen Hebel sollten Anleger die Forderung von POC durch eine fachlich versierte Kanzlei prüfen lassen“, empfiehlt Rechtsanwalt Hauke Maack.

Ob durch die Rückzahlung der Ausschüttungen schlimmere Folgen für die Fonds vermieden werden können, sei zu hinterfragen. „Wenn nunmehr Rückforderungen geltend gemacht werden, sei zu prüfen, ob die Konzeption nicht fehlerhaft sei. Eine Fehlkonzeption könnte zu Schadensersatzansprüchen der Anleger führen “, so Rechtsanwalt Maack.

Maack Rechtsanwälte

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            Rechtsanwalt Hauke Maack (MAACK Rechtsanwälte, (Maack - Spiza - Klönne)) Rechtsanwalt Hauke Maack

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