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Rechtsschutzversicherung im Verkehrsrecht: Brauche ich die wirklich?

Rechtstipp vom 15.02.2019
Rechtstipp vom 15.02.2019

 Eine Rechtsschutzversicherung gibt es heutzutage für zahlreiche Rechtsgebiete – über die Notwendigkeit lässt sich freilich streiten. Jedenfalls für Autofahrer empfiehlt sich allerdings unbedingt der Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung. 

Doch warum sollte man diese Versicherung überhaupt abschließen? 

Wer heutzutage ein Fahrzeug führt, wird wahrscheinlich bestätigen können, dass es mitunter – auch aufgrund des immer stärker werdenden Verkehrsaufkommens – zu brenzligen Situationen kommen kann, sei es aus eigener Unaufmerksamkeit oder der der anderen Verkehrsteilnehmer. Ein Glück ist es dann, wenn diese Situationen ohne Schäden o. ä. abgewendet werden können.  

Doch was, wenn es doch zum Unfall kommt?  

Für viele Fahrzeugführer ist dann klar: „War ja nicht meine Schuld.“ Man wähnt sich in der Sicherheit, dass die gegnerische Versicherung den Schaden schon tragen wird – schließlich hat der Unfallgegner doch selbst vor Ort zugegeben, dass er nicht aufgepasst hat. Tritt man dann mit der Versicherung in Kontakt, ist es plötzlich nicht mehr so einfach. Der Unfallpartner hat seiner Versicherung gegenüber auf einmal geäußert, dass er nicht schuld war oder diese beurteilt den Sachverhalt ganz anders. Die Versicherung kürzt die in dem Schadengutachten errechneten Positionen, der Mietwagen wird nicht übernommen etc. und an Schmerzensgeld für die wochenlangen Nackenschmerzen ist schon gar nicht zu denken.  

Wer jetzt zum Anwalt geht, erfährt schnell Hilfe – allerdings tritt Ernüchterung ein, wenn dieser einen darüber aufklärt, dass die Ansprüche wohl nur gerichtlich durchzusetzen sind. Es sind nicht nur erstmal die eigenen Anwaltskosten zu tragen, sondern abhängig von der Höhe des Schadens z. B. auch ein Gerichtskostenvorschuss. Ist es bei schwierigen Fällen dann noch notwendig einen Gutachter zu bestellen, wird es richtig teuer. Diese Kosten sind alle vorab erstmal vom Kläger zu übernehmen! Sollte dann auch noch ein Urteil gesprochen werden, welches die 100-prozentige Schuld nicht beim Beklagten sieht, bleibt man auf jeden Fall auf einem Teil der Kosten sitzen und trägt ggf. auch anteilig die des Gegners. 

Mag der Schaden klein sein, sieht man vielleicht davon ab, ihn weiterzuverfolgen. Hatte man jedoch einen schwerwiegenden Unfall mit gravierenden Verletzungen, welche sich möglicherweise noch über Jahre hinweg bemerkbar machen, ist es ein untragbares Ergebnis seine berechtigten Ansprüche aufgrund finanzieller Barrieren nicht durchsetzen zu können. 

Hier hilft die Verkehrsrechtsschutzversicherung – sie übernimmt nicht nur die Kosten des eigenen Anwalts, sondern zahlt z. B. auch den gerichtlich bestellten Gutachter etc.  

Darüber hinaus springt die Versicherung – vorbehaltlich des Inhalts des AKB – auch bei Verkehrsordnungswidrigkeiten und Verkehrsstrafsachen ein und übernimmt die mit der Vertretung durch einen Rechtsanwalt sowie andere damit in Zusammenhang stehende Kosten. Eine Bindung an die Vertragsanwälte der Versicherung besteht in der Regel nicht

Auch bei Führerscheinverlust etc. brauchen sie bei Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung kein enormes Kostenrisiko zu befürchten, wenn Sie sich anwaltlichen Rat suchen. 

Einzig zu beachten ist, dass der Abschluss in der Regel nur für die Zukunft möglich ist. Eine rückwirkende Übernahme wird lediglich in Bußgeld- bzw. Ordnungswidrigkeitenangelegenheiten (Rotlichtverstoß, Geschwindigkeitsüberschreitung, BtM-Vorwurf etc.) angebotenHier lohnt sich die Recherche im Internet.


Rechtstipps aus den Rechtsgebieten Verkehrsrecht, Versicherungsrecht

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