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Sammeln von Pilzen

Rechtstipp vom 01.09.2016
Rechtstipp vom 01.09.2016

Jedes Jahr zieht es zahlreiche Pilzesucher im Zeitraum September/Oktober in den Wald. Durch die feuchtwarme Witterung in diesem Sommer sprießen Waldpilze allerdings schon eher aus dem Waldboden als üblich. Vor dem köstlichen Genuss gilt es jedoch, bestimmte Regeln einzuhalten.

Das Bundesnaturschutzgesetz und die Bundesartenschutzverordnung haben u.a. zum Ziel, die Lebensgemeinschaft Wald nicht zu gefährden. Deshalb ist es lediglich erlaubt, Pilze zum eigenen Bedarf zu sammeln. Was darunter verstanden werden kann, ist nicht klar definiert und wird lokal unterschiedlich gehandhabt. Feststeht, dass darunter eine solche Menge zu verstehen ist, die pro Person pro Mahlzeit verspeist werden kann. Herausgebildet haben sich Grenzen von 500 Gramm bis zu 2 kg.

Um auf der sicheren Seite zu stehen, sollte zuvor bei der zuständigen Landschaftsbehörde nachgefragt werden.

Wer also unberechtigt kiloweise Pilze aus dem Wald schleppt, die nicht mehr unter den Eigenbedarf fallen, riskiert ein Bußgeld von bis zu 5.000 €. In einigen Regionen Deutschlands finden mittlerweile gezielte Kontrollen der Landschaftsbehörde, des Forstamts und der Polizei statt.

Die gleichen Regeln gelten im Übrigen auch für das Sammeln von Beeren und Pflanzen.

Weiterhin verboten ist das gewerbliche Sammeln von Pilzen im Wald ohne Erlaubnis der Waldbesitzer und der zuständigen Naturschutzbehörde. Ein entsprechender Verstoß ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe sogar strafbewehrt.

Gesammelt werden dürfen z. B. der Maronenröhrling oder der Hallimasch und durch eine Ausnahmegenehmigung in der Bundesartenschutzverordnung auch besonders geschützte Arten, wie Steinpilz, Pfifferling, Brätling, Birkenpilz, Rotkappe, Schweinsohr und Morchel.

Wichtig zu wissen ist, dass es zu fast jedem essbaren Pilz ein ähnlich aussehendes giftiges Gegenstück gibt. Deshalb sollten Sammler nur Pilze pflücken und verzehren, die sie genau kennen. Die Pilze sollten außerdem nie roh gegessen werden, sondern immer erst auf mehr als 70 °C erhitzt werden.

Erlaubt ist

  • das Sammeln für den eigenen Gebrauch, max. 2 kg pro Person und Tag,
  • das Abernten der Pilze, ohne Wurzelwerk und Vegetation im Umkreis zu zerstören.

Verboten ist

  • gewerbsmäßiges Sammeln von mehr als 2 kg Pilze pro Person und Tag (regionale Festlegung),
  • Sammeln in eingezäunten und gesperrten Flächen, Forstkulturen, Forstdickungen und Holzeinschlagsflächen,
  • Sammeln in Naturschutzgebieten und Nationalparks,
  • das Fahren im Wald und auf Waldwegen sowie das Abstellen von Kraftfahrzeugen im Wald und auf Waldwegen,
  • das Betreten von jagdlichen Einrichtungen,
  • das Betreten von gesperrten Flächen. Während der Herbstmonate herrscht Paarungszeit beim Rot-Sika- und Damwild. Als Teil der Lebensgemeinschaft Wald ist darauf besondere Rücksicht zu nehmen.

Für Nachfragen stehen wir gern zu Verfügung.

Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Jagdrecht

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