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Rechtsanwalt Jagdrecht: Rechtsberatung von kompetenten Anwälten

Das Jagdrecht steht nach § 3 I Bundesjagdgesetz (BJagdG) dem Eigentümer des jeweiligen Grundstücks zu, ist also untrennbar mit dem Eigentum daran verbunden. Das bedeutet, dass etwa eine Veräußerung oder Schenkung des Jagdrechts nicht möglich ist. Laut § 1 BJagdG darf der Eigentümer innerhalb seiner Grundstücksgrenzen Wild hegen, jagen und sich aneignen. Vom Jagdrecht zu unterscheiden ist das Jagdausübungsrecht, wonach der Grundbesitzer das Jagdrecht nur ausüben darf, wenn seine land-, forst- oder fischereiwirtschaftlich nutzbare Grundfläche mindestens 75 Hektar beträgt - sog. Eigenjagdbezirk. Ist das Grundstück zu klein, gehört es aber einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk an, so steht nicht dem Eigentümer das Jagdausübungsrecht zu, sondern der sog. Jagdgenossenschaft, für die dann eine Zwangsmitgliedschaft besteht.

Übrigens: Nach § 11 BJagdG ist die sog. Jagdpacht möglich. Zwar darf nicht das Jagdrecht selbst verpachtet werden, die Pacht des Jagdausübungsrechts ist aber zulässig. Doch nicht jeder darf Jagdpächter werden: Voraussetzung ist vielmehr, dass er selbst Jäger ist sowie seit mindestens drei Jahren einen gültigen Jagdschein besitzt. Schließlich darf niemand ohne einen Jagdschein jagen. Und diesen erhält man nur nach erfolgreichem Abschluss der Jägerprüfung. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass ein Waffenbesitz ohne eine sog. Waffenbesitzkarte bzw. einen Waffenbesitzschein nicht zulässig ist, vgl. §§ 10, 13 Waffengesetz.

Das Jagdrecht bestimmt, dass jeder Jäger in seinem Jagdbezirk ferner für eine ausgewogene Mischung an Wildtieren sorgen oder auch die Lebensgrundlagen für die Tiere sichern muss, indem er etwa die landschaftlichen Verhältnisse - z. B. den Baumbestand - erhält. Ferner ist ein Wildschaden zu verhindern. Kommt es dennoch dazu, muss nach § 29 BJagdG grundsätzlich die Jagdgenossenschaft Schadenersatz leisten. Wurde jedoch mit einem Jäger ein Pachtvertrag geschlossen, muss dieser je nach Vereinbarung den Wildschadenersatz übernehmen.

Wer ohne ein Jagdrecht bzw. ohne Jagdausübungsrecht Wild erlegt, begeht Wilderei nach § 292 StGB (Strafgesetzbuch). Wird man von der Polizei erwischt, muss man daher mit einem Strafverfahren und einer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe rechnen. Übrigens erfüllt man auch dann den Straftatbestand der Wilderei, wenn man nach einem Wildunfall das Tier mitnimmt, anstatt es zum Tierarzt zu bringen oder den Jagdausübungsberechtigten zu informieren. Fährt man dagegen weiter und lässt das Tier schwer verletzt auf der Straße liegen, macht man sich unter Umständen nach dem Tierschutzgesetz strafbar.

Das Jagdrecht ist überwiegend im BJagdG geregelt. Daneben haben die einzelnen Bundesländer eigene Jagdgesetze, in denen die Regeln zur Jagdausübung genauer festgelegt wurden. So finden sich darin etwa Bestimmungen zur Schonzeit, Wildseucheneindämmung, Hegepflicht oder zum Jagdschutz. Vollzogen werden die Gesetze von der zuständigen Behörde, der sog. Jagdbehörde. Auch das Europarecht ist im Jagdrecht zu berücksichtigen, vgl. z. B. die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie.

(VOI)

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