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VW-Abgasskandal: Musterverfahren für Schadensersatz der Aktionäre der Porsche SE beginnt

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Das Landgericht Stuttgart hat mit Vorlagebeschluss vom 28.02.2017 (Az. 22 AR 1/17 Kap) die Einleitung eines Musterverfahrens gegen die Porsche Automobil Holding SE (PSE) bei dem OLG Stuttgart beantragt.

Worum geht es?

In dem Musterverfahren nach dem Kapitalanlegermusterverfahrensgesetz (KapMuG) soll es um grundlegende Fragen zur Klärung von Schadensersatzansprüchen von Aktionären der Porsche Automobil Holding SE (PSE) wegen der Abgasmanipulationen von Volkswagen und damit verbundener Kursverluste gehen. Konkret geht es um Aktien mit der ISIN: DE000PAH0038 und der WKN: PAH003.

Wie in dem bereits eingeleiteten Musterverfahren gegen die Volkswagen AG vor dem OLG Braunschweig können geschädigte Aktionäre ab Eröffnung des Musterverfahrens vor dem OLG Stuttgart eigene Ansprüche gegen die Porsche Automobil Holding SE anmelden. Damit können die Anleger vor einer Klage den Ausgang des Musterverfahrens abwarten, ohne dass Schadensersatzansprüche verjähren.

Grundlage möglicher Schadensersatzpflichten der Porsche Automobil Holding SE ist das Unterlassen der Veröffentlichung von Insiderinformationen. Zumindest ab Mai 2014 sieht das Landgericht eine Veröffentlichungspflicht von Insiderinformationen der Porsche Automobil Holding SE.

„Aufgrund der personellen Verflechtung der Doppelvorstandsmandate geht das Vorlagegericht davon aus, dass die vorliegende Integrationsdichte im Konzernverhältnis zwischen der Beklagten und der Volkswagen AG dazu führt, dass sich die Beklagte mit einer bei der Volkswagen AG bestehenden Insiderinformation in den Jahre 2014 und 2015 infiziert hat“ (Vorlagebeschluss Rz. 228).

Den Einwand der Porsche Automobil Holding SE, eine Veröffentlichungspflicht über Vorgänge bei der Volkswagen AG bestehe nur bei der Volkswagen AG selbst, wies das Gericht zurück. Porsche habe eigene Veröffentlichungspflichten und einen Anspruch gegenüber der Volkswagen AG zur Auskunft über Insiderinformationen.

Können Anleger bereits jetzt Schadensersatzansprüche im Musterverfahren anmelden?

Nein. Erst wenn das Musterverfahren durch das OLG Stuttgart eröffnet wird und ein Musterkläger bestimmt worden ist, können geschädigte Anleger Ansprüche innerhalb von sechs Monaten zum Musterverfahren anmelden. Aktuell sind nur Einzelklagen möglich.

Betroffene Aktionäre der Porsche Automobil Holding SE können sich jedoch bereits jetzt unter unserer E-Mail-Adresse oder unserer Telefonnummer kostenlos registrieren lassen, um weitere Informationen über das Musterverfahren und die Anmeldung eigener Ansprüche zu erhalten.

Die Kanzlei ARES Rechtsanwälte ist auf die Vertretung von Anlegern und Bankkunden im Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisiert und vertritt auch Kläger und Anmelder im Musterverfahren gegen die Volkswagen AG.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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