Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Waldorf-Frommer-Abmahnung für Studiocanal GmbH wegen des Films „Mortdecai - Der Teilzeitgauner“

Aktuell liegt mir eine Abmahnung der Rechtsanwaltskanzlei Waldorf Frommer aus München vor, die für eine ihrer Mandantinnen, die Studiocanal GmbH, die Urheberrechtsverletzung an dem Film „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ abmahnen.

In diesem Film wird der ebenso exzentrische wie abgebrannte Kunsthändler Charlie Mortdecai, gespielt von Johnny Depp, damit beauftragt, ein gestohlenes wertvolles Gemälde wiederzubeschaffen, das er jedoch angesichts seiner finanziellen Misere allerdings lieber selbst behalten möchte. Hierfür muss er sich allerdings mit unliebsamer Konkurrenz in Form eines Terroristen und eines Milliardärs herumschlagen, die ebenfalls nach dem Gemälde suchen.

Stichwort Teilzeitgauner: Auch wenn einem angesichts einer Summe von 815,00 € der Gedanke kommen mag, dass man es bei der Kanzlei Waldorf Frommer mit eben solchen zu tun haben könnte, handelt es sich hier nicht um Nepper, Schlepper, Bauernfänger, sondern es ist tatsächlich eine ernst zu nehmende Abmahnung mit sehr realen möglichen rechtlichen Konsequenzen:

Was genau wirft Waldorf Frommer dem Abgemahnten vor?

Waldorf Frommer wirft dem Inhaber des Internetanschlusses vor, den Film „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ öffentlich über eine Filesharing-Tauschbörse zugänglich gemacht zu haben.

Konkret bedeutet das, dass man durch die Nutzung eines sog. Filesharing-Programms auf seinem Computer anderen Nutzern dieses Programms die Möglichkeit eröffnet, den Film von seinem eigenen PC herunterzuladen. Dies geschieht simultan, d.h. während des Downloads des Films auf den eigenen PC erfolgt zur gleichen Zeit der Upload an andere Nutzer. Dies ist der Vorgang, den das deutsche Urheberrecht sanktioniert.

Die Filmstudios lassen durch Ermittlungsfirmen die IP-Adressen der Nutzer ermitteln, von denen diese Uploads herrühren. Diese Firmen nehmen dabei selbst als Nutzer an der Internet-Tauschbörse teil. Sobald die IP-Adressen derjenigen Nutzer ermittelt wurde, die den Film „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ öffentlich zugänglich gemacht haben sollen, wird im Wege eines Auskunftsverfahrens vor Gericht der jeweilige Provider der Anschlussinhaber dazu angehalten, die zu der IP-Adresse gehörenden Daten (Name, Anschrift) herauszugeben.

Auch wenn Sie den Vorwurf der Urheberrechtsverletzung nicht nachvollziehen können, ist es unumgänglich, sich mit der unliebsamen Überraschung auseinanderzusetzen, um weitere noch unliebsamere Überraschungen zu vermeiden. Hier ein Leitfaden, worauf Sie als Betroffener als erstes achten sollten:

Haben Sie eine Abmahnung von Waldorf Frommer wegen des Films „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ erhalten?

  • Prüfen Sie, ob der Film „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ tatsächlich über Ihren Internetanschluss öffentlich zugänglich gemacht worden sein könnte.
  • Ist die Datei auf Ihrem Computer gespeichert?
  • Ist eine Filesharing-Software auf Ihrem Computer vorhanden?
  • Wo haben Sie sich zum Zeitpunkt der angeblichen öffentlichen Zugänglichmachung des Films befunden?
  • War Ihr Computer mit dem Internet verbunden oder vielleicht nicht einmal eingeschaltet?
  • Kommt ein Mitglied Ihrer Familie oder ein Freund oder Bekannter als möglicher Täter in Frage?
  • Ist ein WLAN-Netzwerk installiert und ist es mittels eines WPA2-Schlüssels hinreichend gesichert?
  • Unterschreiben Sie nicht die von Waldorf Frommer beigefügte vorformulierte Unterlassungserklärung. Die Unterzeichnung dieser Erklärung wird als unwiderrufliches Schuldanerkenntnis gewertet, was weitere Verhandlungen über die geforderten Zahlungen erschweren kann.
  • Rufen Sie Waldorf Frommer nicht an. Ihr Gesprächspartner kann in einem möglichen Gerichtsverfahren als Zeuge für Sie belastende Äußerungen benannt werden. Man ist dort auch nicht daran interessiert, mit Ihnen gemeinsam an einer Klärung des Sachverhalts zu arbeiten. Man möchte einfach nur möglichst schnell Geld sehen.
  • Holen Sie anwaltlichen Rat ein. Die Hemmschwelle, hierdurch ggf. weitere vermeintlich unabsehbar hohe Kosten auszulösen, ist verständlich. Seriös arbeitende Rechtsanwälte, die sich auf die Verteidigung gegen Filesharing-Abmahnungen spezialisiert haben, wissen das und bieten Ihnen vor der Mandatierung eine außergerichtliche Vertretung zu angemessenen Pauschalpreisen an, die deutlich günstiger sind als das, was Waldorf Frommer von Ihnen haben möchte.

Wenn Sie selbst die Rechtsverletzung nicht begangen haben und andere Personen als Täter konkret in Betracht kommen, bestehen gute Erfolgsaussichten, sich gegen die Abmahnung erfolgreich zur Wehr zu setzen.

Waldorf Frommer stellt die Sachlage so dar, als würden Sie als Anschlussinhaber in jedem Fall haften – entweder als Täter oder als sog. Störer, weil sie anderen Personen den Zugriff über Ihren Internetanschluss ermöglicht haben. Zur Überwachung und/oder Belehrung anderer Personen sind Sie im Regelfall jedoch gerade nicht verpflichtet! Eine Belehrungspflicht besteht z. B. regelmäßig für minderjährige Kinder; eine Überwachungspflicht dann, wenn Sie Kenntnis davon haben, dass bereits in der Vergangenheit Ihr Internetanschluss vom Familienangehörigen für das „Herunterladen“ von Filmen genutzt wurde.

Ich berate meine Mandanten seit 2006 u.a. auf dem Gebiet des Urheberrechts. Auch das Filesharing gehört zu meinen Schwerpunkten. Wenn Sie eine Abmahnung von Waldorf Frommer wegen des Films „Mortdecai – Der Teilzeitgauner“ erhalten haben, treten Sie gerne unverbindlich mit mir in Kontakt. Mein Ziel ist es stets, dass der abgemahnte Anschlussinhaber nach Möglichkeit keinen Cent an Waldorf Frommer zahlen muss.

Senden Sie mir bitte eine Schilderung des Sachverhalts mit Ihren Kontaktdaten per E-Mail oder per Telefax. Sie können auch das Kontaktformular auf meiner Homepage nutzen. Noch besser und zeitsparend ist es, wenn Sie mir die erhaltene Abmahnung gleich einscannen und per E-Mail oder per Fax zusenden. Sie können mich auch gerne vorab telefonisch kontaktieren; die erste Kontaktaufnahme ist insoweit immer kostenlos, d.h. durch die Übersendung der Unterlagen und eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten einer Verteidigung gegen die Abmahnung im Rahmen eines Telefonats entstehen Ihnen keine Kosten. Ein Termin bei mir vor Ort ist möglich, aber nicht notwendig. Fälle dieser Art können mittels E-Mail und Telefon/Telefax bundesweit bearbeitet werden. Erwarten Sie keine langen Wartezeiten. Sollte ich nicht sofort persönlich erreichbar sein, rufe ich schnellstmöglich zurück.


Rechtstipp vom 19.03.2015
aus der Themenwelt Urheberrecht und den Rechtsgebieten Gewerblicher Rechtsschutz, Urheberrecht & Medienrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von Rechtsanwalt Christian Mauritz LL.M. (Rechtsanwaltskanzlei Christian Mauritz)