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Werktitelrecht an „Der Seewolf“

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Der Film „Der Seewolf" ist an den englischsprachigen Roman „The Sea-Wolf" inhaltlich zumindest angelehnt. Das OLG München hatte sich dahingehend damit auseinanderzusetzen, ob den Produzenten des Films Werktitelrechte an „Der Seewolf" zustehen. Der Titel wurde zwar als Marke eingetragen, allerdings wurde Unterlassung der markenmäßigen Verwendung begehrt. Das Gericht stellte zunächst fest, dass titelberechtigt jeder ist, der einen Titel für das betreffende Werk rechtsmäßig nutzt. Dieses Recht erlischt erst nach endgültiger Aufgabe des Gebrauchs für das fragliche Werk. Solange ein Film demnach wiederholt ausgestrahlt wird, besteht ein Werktitelrecht. Es kann jedoch nur entstehen, wenn namensmäßig eine Unterscheidungskraft vorliegt, wenn sich der Titel also zur Werkindividualisierung eignet. Eine Verwechslungsgefahr begründet sich aus drei Faktoren, die zueinander in Wechselwirkung stehen: die Kennzeichnungskraft des Titel, die Identität bzw. Ähnlichkeit der Werke und die Identität bzw. Ähnlichkeit der Werktitel. Demzufolge hindert die Übersetzung einer Romanvorlage in einen deutschen Filmtitel nicht das Bestehen der Unterscheidungskraft. Es handelt sich nämlich sodann um unterschiedliche Werkarten, so dass Werktitelrechte entstehen. (OLG München, Urteil vom 30.04.2009 - Az. 29 U 4978/08)

Mitgeteilt von RA Alexander Meyer

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Rechtstipp vom 24.06.2009
aus den Rechtsgebieten Markenrecht, Urheberrecht & Medienrecht

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