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Wie viel Weihnachtsdekoration dürfen Mieter anbringen?

Rechtstipp vom 02.12.2015
(20)
Rechtstipp vom 02.12.2015
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Wie viel Weihnachtsdekoration dürfen Mieter anbringen?
Besinnlich oder kitschig – Weihnachtsdeko ist auch eine Stilfrage.

Adventskranz und Weihnachtsbaum genügen vielen Menschen nicht mehr, um ihrer Vorfreude auf Weihnachten Ausdruck zu verleihen. Blinkende Sterne am Fensterbrett, Schlitten, Nikoläuse und Ähnliches im Treppenhaus sowie Weihnachtsmannattrappen, die am Balkon hinaufklettern, sind dementsprechend keine Seltenheit mehr. Aber darf man als Mieter wirklich einfach so nach Herzenslust das Haus verschönern?

Dekoration der eigenen Wohnung

Bei aller Begeisterung für eine vielleicht spektakuläre Weihnachtsdekoration sollte dadurch möglichst trotzdem niemand gestört oder gefährdet werden. Zumindest innerhalb der eigenen vier Wände darf man seinem Dekorationsdrang aber nahezu freien Lauf lassen, und zwar nicht nur zur Weihnachtszeit.

Selbst eine umfangreiche Deko gehört noch zum normalen Wohngebrauch, solange die Mietwohnung dabei nicht beschädigt wird. Einfach und rückstandslos wieder zu beseitigende Nagel- oder Bohrlöcher sind dabei auch noch in Ordnung. Schließlich ist es egal, ob ein Bild, ein Weihnachtsstern oder sonst etwas zur Dekoration aufgestellt oder aufgehängt wird.

Blinkende Lichter am Fensterbrett

Bei Fensterdekorationen sieht es schon etwas anders aus, denn die bekommen auch andere Menschen zu sehen und möglicherweise gefällt der Weihnachtsschmuck ja nicht jedem. So wird der Nachbar zum Beispiel nicht begeistert sein, wenn sein Schlafzimmer die ganze Nacht von einer bunt blinkenden Leuchtdekoration angestrahlt wird.

Dabei kommt es natürlich auch auf die individuellen Gegebenheiten vor Ort an. Zumindest zur Schlafenszeit – in der Regel ab 22:00 Uhr – sollten entsprechende Lichter ausgeschaltet werden, wenn sich Nachbarn daran stören könnten. Das spart ganz nebenbei auch noch Strom und schont so den eigenen Geldbeutel.

Dekoration an der Außenfassade

Noch weiter geht die Anbringung von beispielsweise Lichterketten im Balkonbereich. Ein Verbot durch den Vermieter hielt das Amtsgericht Eschweiler für überzogen, jedenfalls solange das Erscheinungsbild des Hauses nicht wesentlich verändert wird. Schließlich seien ein bunter Sonnenschirm, Stühle oder Pflanzen auf dem Balkon ja grundsätzlich auch erlaubt (AG Eschweiler, Urteil v. 01.08.2014, Az.: 26 C 43/14).

Bei außen an der Hauswand, Dachterrasse oder am Balkon angebrachter Dekoration spielt auch die Sicherheit eine wichtige Rolle. So ist bei Lichterketten auf entsprechende Zertifikate zu achten und darauf, dass diese für den Außeneinsatz und nicht nur für den Gebrauch in Innenräumen zugelassen sind.

Eine Dekoration darf auch bei Wind, Schnee und Eis nicht abstürzen, sonst könnten schließlich Besucher oder Passanten verletzt werden. Entsprechend fest und sicher müssen Außendekorationen angebracht werden, ohne dabei die Fassade zu beschädigen. Geplante Außendekorationen sollten vorher in jedem Fall mit dem Vermieter und Eigentümer des Hauses abgesprochen werden.

Weihnachtsdeko im Treppenhaus

Hausflur, Treppen und andere Gemeinschaftsräume eines Mietshauses werden von allen Bewohnern benutzt. Anders als die eigene Wohnung darf hier aber nicht jeder nach Belieben dekorieren, sonst wäre schließlich das Chaos vorprogrammiert.

Ein dezenter Schmuck außen an der eigenen Wohnungstür sollte in der Regel keine Mitmieter stören. In jedem Fall aber ist aus Brandschutzgründen im Hausflur auf leicht brennbare Materialien zu verzichten. Selbstverständlich dürfen auch etwaige Fluchtwege nicht zugestellt werden, sondern müssen jederzeit frei bleiben.

Fazit: Wer sich selbst und andere mit einer Weihnachtsdekoration außerhalb der eigenen vier Wände erfreuen möchte, sollte auch sicherstellen, dass Nachbarn und Vermieter dadurch keine Nachteile entstehen. Bei gegenseitiger Rücksichtnahme dürfte einem schönen und friedlichen Weihnachtsfest nichts im Wege stehen.

(ADS)

Foto : ©iStockphoto.com/FotoCuisinette


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mietrecht & Wohnungseigentumsrecht

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