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Zweifel an der Sicherheit von bitcoin.de

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„Rekordjagd treibt Bitcoin Richtung 10.000 Dollar“, lautet heute eine Meldung im Internet. Es ist ein wahrer Hype um die Krypto-Währung ausgebrochen. Die Umsätze mit Bitcoins sind in die Höhe geschossen. Zahlreiche Spekulanten kaufen und verkaufen die Währung, um Kursgewinne zu erzielen.

An dem Hype wollen natürlich auch die Banken mitverdienen. Die Fidor Bank AG hat beispielsweise die Plattform bitcoin.de ins Leben gerufen, auf der man Bitcoins angeblich sicher kaufen und verkaufen kann. Nach den FAQ (frequently asked questions) – zu Deutsch „häufig gestellte Fragen“ – soll der Kaufpreisanspruch des Verkäufers dadurch gesichert sein, dass die Bitcoins solange gesperrt bleiben, bis der Käufer die Bitcoins bezahlt und der Verkäufer den Zahlungsvorgang bestätigt hat. Erst dann sollen die Bitcoins in das Guthaben des Käufers übertragen und aus dem Guthaben des Verkäufers entnommen werden, heißt es.

Klingt zwar gut, es sind aber Zweifel aufgekommen, ob das System der bitcoin.de wirklich so sicher ist, wie es behauptet wird. Ein Mandant hat nämlich am Abend des 10.11.2017 eineinhalb Bitcoins verkauft, ohne den Kaufpreis erhalten zu haben. Er erhielt von bitcoin.de eine E-Mail, nach der der Kaufpreis „über die Fidor-API auf sein Konto bezahlt worden sei“. Der Verkauf sei somit „erfolgreich abgeschlossen worden“ und die Bitcoins würden in Kürze von seinem Account auf bitcoin.de abgebucht.

Nun wurden zwar leider die Bitcoins abgebucht, aber der Kaufpreis nicht gutgeschrieben. Dies meldete mein Mandant bitcoin.de am 13.11.2017 per E-Mail. Er erhielt daraufhin die Nachricht, dass sich die „Geldbuchung“ bei der Fidor Bank in seltenen Fällen verzögere. Sollte das Guthaben nach dem Buchungslauf um 10:00 Uhr am Folgetag noch immer nicht gutgeschrieben worden sein, solle er sich wieder melden. Leider wurde der Kaufpreis auch am Folgetag nicht gutgeschrieben. Mehrere Anrufe meines Mandanten führten, abgesehen von dem unhaltbaren Zustand, dass er bis zu einer Stunde in der Warteschleife der Hotline hing, auch zu keiner Klärung.

Nachdem ich sowohl die Fidor Bank AG als auch die Bitcoin Deutschland AG aufgefordert habe, meinem Mandanten den Verkaufserlös zu erstatten, schrieb die Fidor Bank AG den Betrag dem Konto meines Mandanten gut. Die Bitcoin Deutschland AG teilte mir dann noch telefonisch mit, dass sie nicht bereit sei, meinem Mandanten mein Honorar zu ersetzen, weil sie nichts dafür könne, dass die Fidor Bank AG den Betrag zu spät gutgeschrieben habe.


Rechtstipp vom 27.11.2017
Aktualisiert am 15.12.2017
aus der Themenwelt Steuererklärung und Absetzbarkeit und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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