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8. Nationale Maritime Konferenz am 8. und 9. April in Kiel

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Schiffsfondsanleger kommen zu kurz

Am 8. und 9. April findet in Kiel die 8. Nationale Maritime Konferenz statt.  Bei der Veranstaltung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie geht es um die Stärkung des maritimen Standorts Deutschland im internationalen Wettbewerb. Doch deutsche Anleger, die mehrere Milliarden Euro in Schiffsfonds investiert haben und jetzt vor dem Totalverlust stehen, spielen dabei anscheinend keine Rolle. Lediglich im Workshop mit dem Titel Schiffbauindustrie taucht das Thema „Probleme und Lösungsansätze der Schiffsfinanzierung" auf.
Viele Experten sind sich sicher, dass die anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise auch 2013 den globalen Waren- und Güterverkehr schwächt. „Dies bekommen besonders Reedereien zu spüren, da ihnen schlichtweg die Aufträge fehlen und hohe Leerzeiten zu enormen Verlusten führen", bemerkt Helge Petersen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Kiel. Allerdings wird in diesem Zusammenhang eine Gruppe Geschädigter häufig vergessen: die Anleger. Sie investierten in der Vergangenheit Gelder in Milliardenhöhe, da ihnen ihre Bankberater Schiffsfonds als lukrative und zukunftssichere Anlage anpriesen. „Geschlossene Schiffsfonds sind häufig so konstruiert, dass es keine Ausstiegsmöglichkeit zu geben scheint", so Helge Petersen. „Dabei gibt es vor allen Dingen in Fällen von Falschberatung gute Erfolgsaussichten auf 100 Prozent Rückerstattung der investierten Beträge." Die Kanzlei Petersen & Collegen kämpft schon seit Jahren erfolgreich im Interesse ihrer Mandanten mit den Banken und bietet eine Erstprüfung der Unterlagen kostenlos an.

Von der Euro-Krise überschattet, wächst unbemerkt eine weitere Bankenkrise

Über 90 Milliarden Euro (Berechnung Moody's Corporation) brachten deutsche Banken in den Schiffssektor ein, entsprechend anfällig sind die Institute für die aktuellen Entwicklungen. Mit diesem Geld gleichen die angeschlagenen Fondsgesellschaften momentan ihre herben Verluste aus. Schiffsfonds stecken in einer dramatischen Krise. Selbst wenn sich der marode Schiffsmarkt in absehbarer Zeit erholen sollte, würden künftige Einnahmen vor allem Schulden tilgen statt Gewinne erzeugen. Auch Spiegel Online beruft sich in einem Artikel am 18.2.2013 auf eine Warnung der Bundesbank, nach welcher die Krise in der Schifffahrt weite Teile der Bankenwelt bedroht. Dabei geht es um Schulden im Bereich von über 100 Milliarden Euro.
Die möglichen Auswirkungen und Folgen dieser Krise sind gigantisch, das Ausmaß kaum abschätzbar. Internationale Ratingagenturen sehen dadurch inzwischen die Bonität deutscher Banken gefährdet.

Erst die Kunden, jetzt die Bank selbst

Das Segment Schiffsbeteiligung war viele Jahre äußerst populär, weil Schiffe nach Größe, nicht aber nach Umsatz besteuert wurden - ein lukratives Steuerschlupfloch. Vielleicht unterschätzte man deshalb die gigantischen Risiken, die dieser Sektor aufweist und die nun eintreten. „Dabei schafften die Banken einst die Bedingungen selbst, die jetzt ihre Bilanzen gefährden", so Helge Petersen. Banken lotsten zudem massenfach unbedarfte Privatanleger in Schiffsbeteiligungen. Im Verkauf bezeichneten die Berater diese Anlageklasse gerne als „schwimmende Immobilie". Attraktive Abschlussprovisionen winkten. Nun betrifft die Krise des Schiffssektors die Banken selbst, wird zum Milliarden-Grab.

Hintergrund: Schiffsfonds

Funktion und Besonderheiten von geschlossenen Schiffsbeteiligungen

Geschlossene Beteiligungen stellen im Gegensatz zur klassischen Geldanlage eine unternehmerische Beteiligung dar. Das heißt, dass Anleger mit ihrem Geld - vergleichbar einem Unternehmer - von der wirtschaftlichen Entwicklung des Produktes abhängig sind. Sie stellen unternehmerisches Risikokapital! Das bedeutet, dass Anleger genau das Kapital dem Unternehmen zur Verfügung stellen, das es braucht, um einen Kredit bei einer Großbank zu erhalten.

Die Kapitalverwendung lässt private Anleger jedoch nicht an den Wertgegenständen des Unternehmens (dem Schiff) teilhaben. Im Gegenteil: Wie die nachfolgende Grafik darstellt, stellen sie lediglich das Risikokapital und bezahlen somit die sogenannten „weichen Kosten". Darunter fallen insbesondere Vergütungen an die Vertriebsgesellschaften und Banken. Das Schiff als Wertgegenstand wird hingegen von einer Fremdbank voll finanziert. Als Sicherheit wird eine Schiffshypothek im Schiffsregister eingetragen. Im Falle eines Falles hat daher nur die Bank Zugriff auf werthaltige Sicherheiten. Privatanleger als „Unternehmer" gehen im Regelfall leer aus.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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