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Abmahnung durch Waldorf Frommer: Girlhouse - Töte, was Du nicht kriegen kannst

Rechtstipp vom 19.08.2015
Rechtstipp vom 19.08.2015

Um schnell an Geld zu kommen, zieht Kylie Atkins in ein abgelegenes, großes Haus, in dem Webcam-Girls arbeiten. Mit anderen jungen Mädchen strippt sie vor laufender Kamera für zahlende Kunden. Sie erregt bald die Aufmerksamkeit eines Users namens „LoverBoy“ und setzt damit eine dramatische Geschichte in Gang. Kylies Kolleginnen spielen dem User einen Streich und dieser sucht nach Rache. Er findet die Adresse des Hauses heraus, und es beginnt ein Spiel um Leben und Tod.

Ihre Adresse ist wohl auch „herausgefunden“ bzw. ermitteln worden, und Sie sind Empfänger einer Abmahnung geworden?

Denn Berichten zufolge, mahnt die Münchener Kanzlei Waldorf Frommer am Film „Girlhouse - Töte, was Du nicht kriegen kannst“ Urheberrechtsverletzungen ab.

Verlangt wird, innerhalb einer Frist von wenigen Tagen eine oftmals beigelegte Unterlassungserklärung zu unterschreiben, sowie Schadensersatz zu zahlen und die durch die Verfolgung der vorgeworfenen Rechtsverletzung angefallenen Rechtsanwaltskosten. Mit der Zahlung eines pauschalen Vergleichsbetrages in Höhe von üblicherweise 815,00 EUR sehen die Rechteinhaber die Ansprüche als abgegolten an.

Download = Urheberrechtsverletzung in Form des "Anbietens"?

Beim Herunterladen von Inhalten bei den Online-Tauschbörsen werden meist gleichzeitig die eigenen bereits heruntergeladenen Inhalte anderen p2p-Nutzern zur Verfügung gestellt. Der Tatbestand des Anbietens und somit der „Verbreitung” des geschützten Werkes ist so auch durch das reine Downloaden über die einschlägigen Tauschbörsen erfüllt und damit Grund für Abmahnschreiben der Kanzlei.

Wie können Sie sich verhalten, wenn Sie Empfänger der „Girlhouse – Töte, was Du nicht kriegen kannst“-Abmahnung geworden sind?

Lassen Sie sich nicht durch die kurzen Fristen irritieren, die oftmals nur gesetzt werden, um Sie zu vorschnellem Handeln zu zwingen.

Bleiben Sie ruhig und reagieren Sie besonnen. Eine Reaktion auf die Abmahnung sollte auf jeden Fall erfolgen. Sie riskieren sonst die Einleitung von Gerichtsverfahren verbunden mit zusätzlichen Kosten.

Prüfen Sie, ob jemand aus dem Haushalt oder Freundeskreis für die Rechtsverletzung in Betracht kommt, wenn Sie nicht für den Rechtsverstoß in Frage kommen.

In der Ihnen vorgegebenen Form sollte die geforderte Unterlassungserklärung nicht abgegeben werden. Dies kann dazu führen, dass Rechtsverletzungen bis zu lebenslang zu Vertragsstrafen führen können. Unterschreiben Sie nichts ungeprüft!

Zahlungen sollten ohne sorgfältige anwaltliche Prüfung der Sachlage nicht erfolgen. Es gilt jeden Einzelfall gesondert zu betrachten. Daher ist es unerlässlich, sich fachkundigen Rat zu holen.

Hüten Sie sich davor, die Sache selber in die Hand zu nehmen und Ihren Standpunkt der abmahnenden Kanzlei zu erklären. Sie riskieren, der Gegenseite Informationen an die Hand zu geben, die gegen Sie verwendet werden können.

Wir beraten Sie gerne. Sie finden uns unter www.ra-juedemann.de.

Ihr Rechtsanwalt Kai Jüdemann


aus dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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