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Abmahnung Influencer-Blogger

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Die Grenze zwischen persönlicher Empfehlung und bezahlter Geschäftsbeziehung wird immer schmaler, denn oft ist es schwer erkennbar, ob jemand seine persönliche Meinung abgibt oder gezielt Werbung betreibt und hierfür eine wirtschaftliche Gegenleistung erhält.

Je weiter die Digitalisierung und der Trend um Social Media fortschreitet, desto größer ist die Plattform für Abmahnungen. So müssen Influencer auf Instagram zittern, wenn sie ihre Posts nicht explizit als Werbung kennzeichnen, was Werbung sein könnte. Dies könnte dazu führen, dass sie abgemahnt werden. 

Ersten Fall steht die Kennzeichnung gleich am Anfang, sodass man potenziellen Abmahnern gar nicht erst die Möglichkeit bietet, abzumahnen.

Genauso sollten Blogger und Influencer nachträglich sämtliche ältere Beiträge mit dem Wort „Werbung“ oder „Ad“ kennzeichnen. Blogger mit über 50.000 Followern sollten auch unbezahlte Werbung kennzeichnen, sonst kommt es eventuell zur Abmahnung aufgrund falscher oder vermeintlich falsche Werbekennzeichnung. Es geht um einen vermeintlichen Wettbewerbsverstoß, unlauteren Wettbewerb, falsche Werbekennzeichnung, Abmahnungen durch Verband sozialer Wettbewerb (VSW).

Auslöser der nachträglichen Korrekturen von Beiträgen ist ein Urteil des Landgerichts Berlin. Darin heißt es, dass Influencer, die über 50.000 Follower haben, bei ihren Posts ausschließlich geschäftliche Interessen verfolgen. Die Richter am Landgericht gehen davon aus, dass die Blogger und Influencer nur dann etwas posten, wenn sie sich hierdurch einen Auftrag erhoffen oder bereits einen Auftrag haben. Jedoch sieht es in der Realität oft ganz anders aus. 

Grundsätzlich gilt, dass ein Beitrag nur dann als Werbung gekennzeichnet werden muss, wenn der Influencer hierfür eine wirtschaftliche Gegenleistung erhalten hat.

Am besten bietet man keinerlei Angriffsflächen. Besser ist sogar, bei Post, für die man so gar kein Geld erhält, Werbung dazu zu schreiben. 

Bei der Kennzeichnungspflicht kommt es deshalb auch immer darauf an, wie der Adressat den Content versehen konnte, als Werbung oder redaktionelle Meinungsäußerung. „#sponsoredby“ reicht nicht aus. Werbung, Anzeige oder Werbeanzeige sind Begriffe, die unmissverständlich klarstellen, dass es sich um Werbung handelt.

Influencer-Marketing (Instagram, YouTube, andere Social-Media-Kanäle) wird Abmahnkanzleien und somit auch die Gerichte künftig beschäftigen. Und es bleibt vorerst abzuwarten, ob die Anforderungen an Blogger gegebenenfalls gelockert und an die Realität angepasst werden.

Auch falsche Werbung führt zu Abmahnungen. Das Landgericht Hagen hat eine Bloggerin nicht nur aufgrund einer falschen Werbekennzeichnung verurteilt, sondern auch wegen der Benutzung des Hashtags „detox“. Gegenstand der Abmahnung war ein Getränk, für welches die Bloggerin wirbt, welches nachweislich keine entgiftende Wirkung besitzt. Somit verstoße die Bloggerin gegen die Health-Claims-Verordnung (Art. 10 Abs. 1 HCVO).

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