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Autohaus insolvent: Was passiert mit verbrieftem Rückgaberecht?

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Verbrieftes Rückgaberecht beliebt bei Autofinanzierungen

Viele Autokäufer, die den Kauf einem Kredit finanzieren, vereinbarten bei den Vertragsverhandlungen mit Autohäusern und Autobanken ein verbrieftes Rückgaberecht. Die Vereinbarung beinhaltete in der Regel, dass das Autohaus den Wagen zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Schlussrate auf Anbieten des Kunden zurückkaufen muss. Der Kaufpreis entsprach meist der letzten Schlussrate. Verpflichtet zum Rückkauf war aber nur das Autohaus – nicht die Bank.

Bei Insolvenz des Autohauses nichts mehr wert

Viele Autohäuser erleiden durch den Dieselskandal massive wirtschaftliche Verluste. Fest einkalkulierte Restwerte von Kraftfahrzeugen erweisen sich durch den Zusammenbruch des Gebrauchtwagenmarktes als illusorisch. Abgesehen davon, dass Arbeitsplätze verloren gehen, was dramatisch genug ist, geht bei der Insolvenz auch der Ansprechpartner für das verbriefte Rückgaberecht verloren – denn die Bank ist aus dieser Vereinbarung nicht verpflichtet, sondern ausschließlich das Autohaus. Insolvent sind z. B. die Max-Moritz-Autohäuser und Willy Tiedtke, Giese in Papenburg und Dirkes in Köln. Neue Eigentümer übernehmen meist lediglich den Standort, nicht aber die Verträge. 

Das verbriefte Rückgaberecht ist dann nicht mehr das Papier wert, auf dem es steht. Dies gilt nicht nur für Bürger, die Diesel gekauft und finanziert haben. Dieses Problem ist unabhängig von der Antriebsart. Der Dieselskandal trifft also jetzt indirekt auch Benziner.

Ausweg: Widerruf des Autokreditvertrages

Wer als Verbraucher den Kauf kreditfinanziert hat, kann mit einem rechtlichen Kniff sowohl den Kauf- als auch den Kreditvertrag auflösen. Der Kniff heißt „Widerruf“. Darlehensverträge für Verbraucher und Existenzgründer mussten mit einer Widerrufsinformation versehen werden, in der das grundsätzlich auf zwei Wochen befristete Widerrufsrecht erläutert wird. Diese zweiwöchige Frist hört aber nicht auf zu laufen, wenn die Widerrufsinformation falsch formuliert wurde oder bestimmte sehr umfassende Informationspflichten nicht erfüllt wurden. 

Folge: Der Widerruf des Vertrages ist auch noch Jahre später möglich. Wenn der Darlehensnehmer Verbraucher war und der Kredit vom Händler vermittelt wurde, schlägt der Widerruf auch auf den Kauf durch und die Bank muss die Pflichten des Verkäufers übernehmen. Kauf und Kredit werden im Zweierverhältnis Bank – Verbraucher rückabgewickelt: Der Darlehensnehmer erhält die Raten zurück und kann den Diesel (oder Benziner!) an die Bank abgeben. Möglicherweise muss er sich eine Entschädigung für den Gebrauch des Wagens gefallen lassen. 

Überprüfungen ergaben, dass die meisten Darlehensverträge diese Fehler aufwiesen. 

Kommt es zur Klage, kann dabei vor Gericht auch ein Vergleich ausgehandelt werden, der dem Diesel- oder Benzinerfahrer sein Auto belässt. Er bekommt eine ordentliche Vergleichszahlung und der Streit ist beendet. 

Rechtsschutzversicherungen müssen in der Regel eintreten.

Kostenlose Erstberatung!

Rechtsanwalt Dr. Schweers ist erfahrener Verbraucherschützer und vertritt zahlreiche Besitzer von manipulierten Dieselfahrzeugen und Kreditnehmer bei Autobanken. Das Handelsblatt berichtete über seine Rechtstipps für Geschädigte des Dieselskandals. Die Stiftung Warentest listet ihn als erfolgreichen Rechtsanwalt i. S. Widerruf von Autokrediten. 

Für eine kostenlose Erstberatung schicken Sie bitte Ihren Vertragsunterlagen per Fax, Mail oder als Einwurfeinschreiben an die Kanzlei. Bitte machen Sie auch Angaben dazu, ob Sie rechtsschutzversichert sind. Die kostenlose Erstberatung ist hiervon aber nicht abhängig.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Transportrecht & Speditionsrecht, Verkehrsrecht

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