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Betrug und Geldwäsche: Sicherheit im Onlinebanking

Rechtstipp vom 02.05.2019
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Die bekanntesten Online-Banken Deutschlands, N26 und Fidor, fanden in letzter Zeit viel Beachtung. Besonders das kostenlose Girokonto, welches nur noch mit einer App auf einem Smartphone verwaltet werden kann, erwirkte viel Aufsehen. Die Vorteile sind vielversprechend: Einfache Anmeldung, nutzerfreundliche Bedienung und keine Gebühren. Doch die moderne Anwendung birgt einige Sicherheitsrisiken. Als Anwälte für Bankrecht mussten wir in der Vergangenheit die Erfahrung machen, dass Identitätsbetrug, Geldwäsche und Diebstahl im Onlinebanking zunehmen.

Die Vorgehensweisen der Betrüger

Vor einiger Zeit hatten wir bereits über die Sicherheit im Online Banking informiert: Betrug im Online-Banking – Wer haftet?

N26, Fidor und andere Online-Banken stellen die Betrüger vor neue Herausforderungen, die diese aber offensichtlich problemlos meistern. So zum Beispiel missbrauchen sie das Video-Ident-Verfahren, welches für die Eröffnung eines Kontos notwendig ist. Mit dem Smartphone und seinem Ausweis kann der Kunde von zu Hause aus bequem sein Konto eröffnen. Die Betrüger geben hier zum Beispiel vor, für Banken die Bedienerfreundlichkeit zu testen und veranlassen Privatpersonen zur Eröffnung eines Kontos bei einer Online-Bank. Das eröffnete Konto wird dann allerdings nicht wie versprochen aufgelöst, sondern für betrügerische Zwecke genutzt. Ein Diebstahl findet somit oftmals über ein inländisches „Zwischenkonto“ statt, bevor das Geld ins Ausland gesendet wird.

Durch den vereinfachten Zugang zu einem Bankkonto bei Online-Banken scheint auch der Umfang der Geldwäsche gewachsen. Banken sind hier offensichtlich noch vorsichtiger geworden und sperren schnell einmal Konten oder frieren Überweisungen ein. Dies ohne Benachrichtigung des Kunden oder Angabe von Gründen, wozu sie auch nicht verpflichtet sind. Algorithmen identifizieren unregelmäßige oder verdächtige Bewegungen auf dem Konto und veranlassen die Sperrung.

Sicherheit Ihres Guthabens durch die 2-Faktor-Autorisierung

Obwohl die Betrüger alle Varianten von Bankkonten angreifen, sind Online-Konten, die nur über eine App zu bedienen sind, ein beliebtes Ziel. Erhöhen Sie daher selbstständig die Sicherheit Ihres Guthabens! Besonders hilfreich ist hierbei die sogenannte 2-Faktor-Autorisierung.

Bei der 2-Faktor-Autorisierung benötigen Sie zwei voneinander unabhängige Kanäle. Diese sind Wissen (z. B. das Passwort), Besitz (z. B. das Handy) und die sogenannte Inhärenz, ein ständiges Merkmal eines Menschen (z. B. der Fingerabdruck). Nachdem Sie sich mit einem Kanal, Ihrer PIN, in Ihr Konto eingeloggt haben, benötigen Sie einen zweiten Kanal, um eine Transaktion auszulösen. Dieser zweite Kanal ist das Handy, auf das die Bank einen Freigabe-Code sendet.

Bei den Smartphone-Banken verwischt diese 2-Faktor Autorisierung. Sobald Sie im Besitz des Handys sind und dieses entsperren können, haben Sie ungehinderten Zugang zur Banking-App. Wird die TAN-Nummer dann auch noch auf dieses Handy gesendet, steht einer Überweisung nichts mehr im Wege.

Es ist daher besonders wichtig vorzusorgen.

  • Beachten Sie, dass alle Geräte, die Sie für den Zugang zu Ihrem Konto nutzen, das aktuelle Betriebssystem mit allen aktuellen Updates aufweisen.
  • Laden Sie die Apps nur aus einem zuverlässigen Store herunter und bestätigen Sie den Vorgang mit Ihrem Passwort.
  • Untersuchen Sie die empfohlenen Zulassungen, häufig ist nicht die Angabe aller Daten für verschiedene Plattformen sinnvoll.
  • Benutzen Sie kein öffentliches WLAN und verwenden Sie unterschiedliche PINs.

Empfehlung für Konten bei Smartphone-Banken

Aus unserer eigenen Erfahrung raten wir bestenfalls zur eingeschränkten Nutzung der Online-Konten, die nur über ein Smartphone bedient werden können. Wenn Sie die Bequemlichkeit des Zugangs nur per Smartphone nutzen wollen, empfehlen wir Folgendes:

  • Nutzen Sie für Ihre Finanzen mindestens zwei Konten bei zwei verschiedenen Banken, sodass Sie bei einer möglichen Sperrung noch Zugriff auf ein weiteres Konto haben.
  • Legen Sie die Höhe des Guthabens selbst fest. Ein Verlust dieser Summe sollte Sie nicht in finanzielle Schwierigkeiten bringen können. Auch ein Maximum für einzelne Überweisungen und die Sperrung von Auslandsüberweisungen ist sinnvoll.
  • Lassen Sie keine Überziehung des Kontos zu. Sonst haben Sie nach einem Betrugsfall auch noch Schulden bei der Bank.

Vorgehen bei einem Betrug im Onlinebanking

Sollte es bereits zu einem Verlust auf Ihrem Konto gekommen sein, empfehlen wir Ihnen dringend, Kontakt mit einem Anwalt aufzunehmen. Online-Banken reagieren in den meisten Fällen ohne anwaltliche Unterstützung entweder gar nicht oder sehr zeitverzögernd. Als Anwälte Für Bank- und Kapitalmarktrecht verfügen wir von CDR Legal über Erfahrung auf diesem Gebiet. Sprechen Sie uns gerne an. Wir unterstützen Sie bei der Durchsetzung Ihrer Rechte!


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