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Der Kostenvoranschlag - wichtig für Handwerker und Bauherren

  • 4 Minuten Lesezeit
1. Ein Kostenvoranschlag ist eine kaufmännische Vorkalkulation. Er stellt eine grobe, wenn auch fachmännische Schätzung der voraussichtlichen Kosten eines Auftrages dar.

Er dient dem Zweck, dass sich der Kunde eine Vorstellung über die voraussichtlichen Kosten des veranschlagten Auftrages machen kann. Der Handwerker benötigt ihn für seine interne Kalkulation und die Beurteilung der Auskömmlichkeit des Auftrages.

2. An einen verbindlichen Kostenvoranschlag ist der Werkunternehmer gebunden wie an ein Angebot.

Bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag will sich der Unternehmer gerade nicht vollkommen binden und nur die ungefähren Kosten angeben.

Notwendig ist, dass der Werkunternehmer dies in seinem Kostenanschlag hinreichend deutlich macht, durch Formulierungen wie z.B. „Dieser Kostenvoranschlag ist unverbindlich", „ca.", „ungefähr", „ es wird nach tatsächlichem Aufwand und Material abgerechnet"(soweit keine Pauschale vereinbart ist). Umso klarer die Formulierung, desto rechtssicherer.

3. Auch ein unverbindlicher Kostenvoranschlag im Sinne des § 650 BGB darf nicht wesentlich überschritten werden.

Eine Überschreitung von 25% stellt eine wesentliche Überschreitung dar, die den Bauherren zur Kündigung des Auftrages berechtigt. In Einzelfällen gelangt die Rechtsprechung allerdings auch bei geringeren Überschreitungen zur Wesentlichkeit, insbesondere, wenn das Bauvorhaben einfach zu überblicken und zu kalkulieren ist.

4. Sobald der Handwerker erkennt, dass eine wesentliche Überschreitung droht, ist er verpflichtet, dies dem Bauherren unverzüglich vorher anzuzeigen, gemäß § 650 Abs.2 BGB.

Erfolgt diese Anzeige, hat der Bauherr die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen, so dass der Unternehmer nur berechtigt ist, die bisher erbrachten Leistungen abzurechnen oder der Auftraggeber ist damit einverstanden, dass der Handwerker weiter arbeitet.

Im letztgenannten Fall sollte stets eine schriftliche Zustimmungserklärung eingeholt werden, in der auch der Rahmen der Überschreitung fixiert werden sollte.

5. Unterlässt der Unternehmer die Anzeige, macht er sich gegenüber dem Bauherren schadensersatzpflichtig. In diesem Fall steht dem Unternehmer nur ein Anspruch auf den Teil der Vergütung der erbrachten Leistung zu- bezogen auf den fiktiven Zeitpunkt der Kündigung (§§ 650 Abs.2, 645 Abs.1 BGB).

6. Nach § 632 Abs.3 BGB ist ein Kostenvoranschlag im Zweifel nicht zu vergüten, selbst wenn er umfangreich ist. Will man bei einem umfangreichen, aufwendigen Kostenvoranschlag - verständlicherweise- eine Vergütung, muss dies gesondert schriftlich vereinbart werden. Dafür trägt der Unternehmer die Beweislast.

Fazit:

1. Für den Unternehmer gilt wie so oft: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Um kein Risiko einzugehen, sollte der Handwerker seine Kostenvoranschläge sehr sorgfältig erstellen und kalkulieren (z.B. Baustelle und Pläne ansehen, Aufmaß nehmen).

2. Der Bauherr muss sorgfältig abwägen, wie er reagiert, wenn eine Überschreitungsanzeige kommt oder eine solche unterbleibt. Eine wesentliche Überschreitung muss er nicht klaglos hinnehmen.

Der Kostenvoranschlag - wichtig für Handwerker und Bauherren

1. Ein Kostenvoranschlag ist eine kaufmännische Vorkalkulation. Er stellt eine grobe, wenn auch fachmännische Schätzung der voraussichtlichen Kosten eines Auftrages dar.

Er dient dem Zweck, dass sich der Kunde eine Vorstellung über die voraussichtlichen Kosten des veranschlagten Auftrages machen kann. Der Handwerker benötigt ihn für seine interne Kalkulation und die Beurteilung der Auskömmlichkeit des Auftrages.

2. An einen verbindlichen Kostenvoranschlag ist der Werkunternehmer gebunden wie an ein Angebot.

Bei einem unverbindlichen Kostenvoranschlag will sich der Unternehmer gerade nicht vollkommen binden und nur die ungefähren Kosten angeben. Notwendig ist, dass der Werkunternehmer dies in seinem Kostenanschlag hinreichend deutlich macht, durch Formulierungen wie z.B. „Dieser Kostenvoranschlag ist unverbindlich", „ca.", „ungefähr", „ es wird nach tatsächlichem Aufwand und Material abgerechnet"(soweit keine Pauschale vereinbart ist). Umso klarer die Formulierung, desto rechtssicherer.

3. Auch ein unverbindlicher Kostenvoranschlag im Sinne des § 650 BGB darf nicht wesentlich überschritten werden.

Eine Überschreitung von 25% stellt eine wesentliche Überschreitung dar, die den Bauherren zur Kündigung des Auftrages berechtigt. In Einzelfällen gelangt die Rechtsprechung allerdings auch bei geringeren Überschreitungen zur Wesentlichkeit, insbesondere, wenn das Bauvorhaben einfach zu überblicken und zu kalkulieren ist.

4. Sobald der Handwerker erkennt, dass eine wesentliche Überschreitung droht, ist er verpflichtet, dies dem Bauherren unverzüglich vorher anzuzeigen, gemäß § 650 Abs.2 BGB.

Erfolgt diese Anzeige, hat der Bauherr die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen, so dass der Unternehmer nur berechtigt ist, die bisher erbrachten Leistungen abzurechnen oder der Auftraggeber ist damit einverstanden, dass der Handwerker weiter arbeitet.

Im letztgenannten Fall sollte stets eine schriftliche Zustimmungserklärung eingeholt werden, in der auch der Rahmen der Überschreitung fixiert werden sollte.

5. Unterlässt der Unternehmer die Anzeige, macht er sich gegenüber dem Bauherren schadensersatzpflichtig. In diesem Fall steht dem Unternehmer nur ein Anspruch auf den Teil der Vergütung der erbrachten Leistung zu- bezogen auf den fiktiven Zeitpunkt der Kündigung (§§ 650 Abs.2, 645 Abs.1 BGB).

6. Nach § 632 Abs.3 BGB ist ein Kostenvoranschlag im Zweifel nicht zu vergüten, selbst wenn er umfangreich ist. Will man bei einem umfangreichen, aufwendigen Kostenvoranschlag - verständlicherweise- eine Vergütung, muss dies gesondert schriftlich vereinbart werden. Dafür trägt der Unternehmer die Beweislast.

Fazit:

1. Für den Unternehmer gilt wie so oft: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Um kein Risiko einzugehen, sollte der Handwerker seine Kostenvoranschläge sehr sorgfältig erstellen und kalkulieren (z.B. Baustelle und Pläne ansehen, Aufmaß nehmen).

2. Der Bauherr muss sorgfältig abwägen, wie er reagiert, wenn eine Überschreitungsanzeige kommt oder eine solche unterbleibt. Eine wesentliche Überschreitung muss er nicht klaglos hinnehmen.

Rechtsanwalt Roland Faust

Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht




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