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Doppelstaatsbürgerschaft in Österreich beantragen

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Doppelstaatsbürgerschaft: Grundprinzipien des österreichischen Staatsbürgerschaftsrechts

Eines der Grundprinzipien des österreichischen Staatsbürgerschaftsrechts ist die Vermeidung mehrfacher Staatsangehörigkeiten. Dieses Prinzip liegt auch dem Europarats-Übereinkommen Nr. 43 über die Verminderung der Fälle mehrfacher Staatsangehörigkeit und über die Militärdienstpflicht in Fällen mehrfacher Staatsangehörigkeit (BGBl. Nr. 471/1975) zugrunde.

Der Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft durch Verleihung setzt daher voraus, dass Personen, die die Staatsbürgerschaft beantragen, aus dem bisherigen Staatsverband ausscheiden, soweit ihnen dies möglich und zumutbar ist.

Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft: Staatenlosigkeit droht

Es ist wichtig, zuerst die Doppelstaatsbürgerschaft in Österreich zu beantragen, um keinen Verlusttatbestand zu setzen.

Nachdem das österreichische Staatsbürgerschaftswesen grundsätzlich keine Doppelstaatsbürgerschaften haben möchte, sind für einen derartigen Antrag besondere Gründe z. B. persönlicher Natur oder ein entsprechendes Interesse der Republik Österreich (z. B. Wissenschaftler, Sportler etc.) nachzuweisen. Diese besonderen Gründe müssen entsprechend schlagkräftig argumentiert und belegt werden, sodass für die Behörde die persönlichen Gründe bzw. das Interesse der Republik Österreich für die Beibehaltung Ihrer österreichischen Staatsbürgerschaft augenscheinlich sind.

Konsequenterweise sieht § 27 des österreichischen Staatsbürgerschaftsgesetzes vor, dass jemand seine Staatsbürgerschaft verliert, wenn er aufgrund eines Antrages, einer Erklärung oder seiner ausdrücklichen Zustimmung eine fremde Staatsangehörigkeit erwirbt.

Um die österreichische Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren, muss die Bewilligung der Beibehaltung vor dem Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit schriftlich beantragt und mit schriftlichem Bescheid bewilligt werden.

Die Beibehaltung der österreichischen Staatsbürgerschaft wird dann ausnahmsweise bewilligt, wenn diese

  • im Interesse der Republik Österreich liegt oder
  • mit einem besonders berücksichtigungswürdigen Grund im Privat- und Familienleben des Antragstellers begründet wird und die österreichische Staatsbürgerschaft mit der Geburt erworben wurde oder
  • im Fall von Minderjährigen dem Kindeswohl entspricht.

Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Öffentliches Recht Österreichisches Recht

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