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DSGVO und das Recht am eigenen Bild – Vom Umgang mit Fotos und Filmaufnahmen in Kitas

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Die neue DSGVO und das Recht am eigenen Bild

Nach der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung, die seit 25.05.2018 gilt, dürfen Foto- und Videoaufnahmen, auf denen Personen zu erkennen sind, grundsätzlich nur noch mit schriftlicher Einwilligung des Abgebildeten veröffentlicht werden. Die Einzelheiten, insbesondere das Verhältnis zwischen dem neuen Datenschutzrecht und dem alten Recht nach dem KUG, sind unter Juristen noch umstritten. 

Aus Angst davor gegen die DSGVO zu verstoßen, hat eine Kita in Nordrhein-Westfalen deshalb sogar die Gesichter der Kinder auf Gruppenfotos für ein Erinnerungsbuch geschwärzt. Zu sehen ist immer nur das Kind, für das die Mappe bestimmt ist. Dies löste einen Sturm der Entrüstung aus.

Dabei hätten die Erinnerungsfotos ohne weiteres verwendet werden können, wenn von jedem Erziehungsberechtigten der abgebildeten Kinder und natürlich auch von den abgebildeten Erwachsenen eine Einverständniserklärung zur Veröffentlichung in diesem speziellen Rahmen eingeholt worden wäre.

Schriftliche Einverständniserklärung bei Kindern und Jugendlichen

Für Foto- und Filmaufnahmen in Kitas empfiehlt es sich angesichts der derzeit noch unsicheren Rechtslage auf jeden Fall eine schriftliche Einverständniserklärung nach neuem Datenschutzrecht einzuholen. 

Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren bedarf es hierfür grundsätzlich der Unterschrift beider Eltern. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen das Einverständnis selbst erteilen. 

Zu beachten ist nach neuem Recht, dass sich aus der Einwilligung selbst klar ergeben muss, für welche Zwecke die Aufnahmen verwendet werden dürfen. Sollen die Fotos nur intern zur Dokumentation der Kindesentwicklung verwendet, in Jahrbüchern und Broschüren erscheinen, zur Illustration der Kita-Webseite oder gar in sozialen Netzwerken wie Facebook genutzt werden? 

Die Einwilligung bzw. deren Verweigerung darf nicht mit irgendwelchen Nachteilen verbunden sein. Es muss klar sein, dass die Einwilligung freiwillig und ohne Zwang erfolgt. Außerdem muss darauf hingewiesen werden, dass die Einwilligung widerruflich ist.

Worauf ist im Kita-Alltag noch zu achten?

Sollen Gruppenfotos an Eltern weitergegeben werden, ist darauf zu achten, dass dies nur mit Einwilligung der anderen Eltern geschieht, deren Kinder ebenfalls abgebildet sind. Auf Elternabenden sollte das Fotografieren und Filmen thematisiert und auf die Problematik einer Veröffentlichung von Fotos im Internet hingewiesen werden. Fotos von fremden Kindern, auch wenn sie mit dem eigenen Kind zusammen abgebildet wurden, dürfen nicht ins Internet gestellt werden. Darüber sollten auch Verwandte und Freunde der Familie informiert werden. 

Bei Veranstaltungen der Kita hat der Träger das Hausrecht und kann den Ablauf regeln, also auch festlegen, ob Fotos oder Filme gemacht werden dürfen. Wenn der Veranstalter diesbezüglich Einschränkungen macht, ist dies den Besuchern rechtzeitig vor Beginn der Veranstaltung bekannt zu geben. 

Maßgeschneiderte Einwilligungserklärung für Ihre Einrichtung

Wenn Sie sich nun fragen, wie Sie Ihre Einwilligungserklärung künftig rechtssicher gestalten sollen, oder Ihre aktuelle Einverständniserklärung überprüfen lassen wollen, helfen wir Ihnen gerne weiter. Nehmen Sie einfach per E-Mail Kontakt mit uns auf. Wir finden eine passende Lösung.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Urheberrecht & Medienrecht

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