Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen

Einreise nach Kanada – mission impossible

  • 2 Minuten Lesezeit
  • (4)


ODER „Die längsten 28 Stunden meines Lebens“

Tatsachenbericht eines Geschädigten


Seit März 2020 sind bekanntlich Kanadas Grenzen für Ausländer mehr oder weniger dicht.       

Auf der Seite der Regierung gibt es eine lange Liste was erlaubt ist und was nicht:

https://www.canada.ca/en/public-health/services/diseases/2019-novel-coronavirus-infection/latest-travel-health-advice.html

Es bleiben Grauzonen, beispielsweise, was als „triftiger Grund“ akzeptiert wird. Das letzte Wort hat immer noch der zuständige Grenzbeamte. Bislang wurden bereits über 18.000 Ankommenden die Einreise verweigert, darunter zahleichen Deutschen.


Tatsachenbericht

Ein langjähriger Mandant unserer Kanzlei und Experte aus der Rohstoffbranche, berichtet von seinem ganz speziellen Erlebnis:

Reisegründe

Nachdem die Corona-Krise den Geschäftsalltag gehörig durcheinandergewirbelt hat, muss Robert K., ein Betreiber und Eigentümer mehrerer Minen in Britisch Columbia, sich dringend mit seinen Mitarbeitern und Geschäftspartnern treffen. Seine jährliche Expertise vor Ort ist unabdinglich für die Vorbereitungen auf den kommenden Winter – also durchaus triftige Gründe für seine Reise.

Reise Vorbereitung

Im Vorfeld hat Robert bereits eine umfassende Auslandskrankenversicherung abgeschlossen und mehrere Stellungnahmen seiner Geschäftspartner und Berater vor Ort eingepackt. Sogar mit der kanadischen Botschaft in Berlin hat er sich abgesprochen. Der Botschaftsmitarbeiter versichert ihm sogar, dass er direkt den zuständigen kanadischen Grenzposten unterrichten wird. Natürlich hatte er auch einen offiziellen, negativen Covid19-Testbescheid vom Reisevortag der Reise.

Reiseankunft – das Erwachen

Nach 12 Stunden Flug präsentiert Robert K. zuversichtlich an der kanadischen Grenze dem Beamten alle Unterlagen. Er legt dem Grenzbeamten dar, wieso er von den geltenden Einreisbeschränkungen befreit sei. Daraufhin kommt er in ein Wartezimmer, was seinem Namen alle Ehre macht. Er wartet 2 Stunden und der diensthabende Chief Officer tritt ein. Dieser eröffnet ihm ohne große Anhörung, dass die dargelegten Gründe aus seiner Sicht nicht ausreichend seien. Das bedeutet, Robert K. muss mit dem Flieger am nächsten Tag wieder nach Deutschland zurückreisen.

Einreiseverhandlung – Nice Try

Robert versucht in seiner Not zu verhandeln. Der Officer schaltet eine härtere Gangart, mit den Worten, ein: „Nummer 1 ist Premier Trudeau, Minister Marchi Nummer 2 und dann komme ich – und ICH sage: Sie kommen hier nicht rein!“. Robert bekommt ein Formular ausgehändigt, mit dem er bestätigt, seine Rückweisung vorbehaltslos anzuerkennen und auf jegliche Rechtsmittel zu verzichten. Der Officer weist ihn darauf hin, dass er ihm andernfalls ein Einreisverbot für 5 Jahre aussprechen würde.

In seiner Verzweiflung unterschreibt Robert das Formular. Sein Reisepass wird vorläufig sichergestellt. Robert befindet sich seit 4 Stunden am Flughafen Vancouver. Der nächste Flieger geht in exakt 24 Stunden.

Hotel Transit Terminal

Gestrandet im Transit-Terminal - hier befinden sich weder Läden, noch Lounges oder Restaurants. Robert verbringt einen ganzen Tag im grellen Flughafenlicht, auf und zwischen seinem Gepäck. Alle 15 Minuten dröhnt die Durchsage „Bitte beachten Sie die Corona-Hygienevorschriften! – Halten Sie Abstand und tragen Sie Ihren Mund- und Nasenschutz!“. An Schlafen ist hier nicht zu denken.

Auf dem 12 stündigen Rückflug nach Frankfurt bekommt unser Mandant nicht mehr allzu viel mit.

Unsere Empfehlung

Angesichts dieser dramatischen Geschichte, raten wir momentan allen Nicht-Kanadiern eindringlich von Reisen nach Kanada ab, bis die aktuell bestehenden Einreisbeschränkungen ausgelaufen sind.

Foto(s): pexels-photo-adhitya-andanu -1539116

Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Internationales Recht, Reiserecht Kanadisches Recht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors