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ETF (Exchange Traded Fonds) und ihre Risiken

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ETF ist eine Abkürzung für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. In Deutschland sind dies zumeist börsengehandelte Aktienfonds.

In einem Interview im Handelsblatt stellt einer der Chefs des weltgrößten Vermögensverwalters (über 4 Billionen $ Anlagesumme) fest, dass ein neues Instrument – gemeint sind die ETF –, das derart schnell wächst, auch immer die Gefahr in sich birgt, dass irgendjemand einen Fehler macht und dann etwas schiefgeht. Um dieses Risiko auszuschließen, werde sein Unternehmen nur in sehr große, marktgängige ETF investieren, die nicht mit Derivaten gehebelt werden.

Der gesamten Finanzbranche aber schreibt er dann noch ins Stammbuch, dass es die Pflicht der Finanzbranche ist, die Chancen und Risiken ihrer Finanzprodukte in schlichten und klaren Worten den Anlegern zu erklären.

Große Worte gelassen ausgesprochen, möchte man ihm – frei nach Goethe – entgegnen.

Ihr Anlageberater, der Sie bei dem Kauf von ETF beraten hat, ist dieser Pflicht sicher nachgekommen und hat Ihnen natürlich alles genauestens erklärt. Er hat Ihnen sicher erläutert, dass der ETF – also ihr börsengehandelter Aktienfonds – berechtigt ist, Kredite für Spekulationszwecke aufzunehmen, wobei dann die Aktien des Fonds (die mit ihrem Geld gekauft wurden) als Sicherheit für die Spekulation dienen – Sie aber am Gewinn der Spekulation mit gar nichts bis maximal 10 % beteiligt werden.

Das hören Sie zum ersten Mal? Aber ihr Anlageberater hat Ihnen sicherlich erklärt, dass Ihre Aktien an Hedgefonds „verliehen“ werden können, die über Leerverkäufe auf fallende Kurse gerade dieser – Ihrer – Aktien wetten. Hat Ihr Anlageberater vergessen, Ihnen zu erläutern? Aber der Unterschied zwischen voll replizierenden und synthetischen ETF, wobei letzterer gar keine Aktien von irgendwelchen Unternehmen kauft, ist Ihnen natürlich bestens bekannt.

Hat er auch vergessen, Ihnen in schlichten und klaren Worten zu erklären? Tja, dann hilft nur noch beten, dass die Aktienkurse nicht fallen, die Chinesen nicht ... oder ... vielleicht sollten Sie stattdessen Kontakt mit der Kanzlei Mertens aufnehmen, bevor da was „schiefgeht“.


Rechtstipp vom 22.10.2015

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