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Gutachten für Diesel im Abgasskandal

Rechtstipp vom 26.06.2018
(8)
Rechtstipp vom 26.06.2018
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Bei Verhandlungen um Rückgabe von Diesel-Pkw werden immer mehr über Gutachten entschieden, vor allem dann, wenn Manipulationen wahrscheinlich sind, es aber keine offizielle Rückrufaktion gibt.

Daher spielen Gutachter aktuell eine wichtige Rolle im Abgasskandal. Im Gegensatz zu den ursprünglich im Dieselskandal betroffenen Volkswagen mit EA189 Motor sind die aktuellen Manipulationen z. B. bei Mercedes oder bei den V6 Modellen von Porsche, Audi und VW, sowie bei den 5er und 7er Diesel von BMW bislang nur vom Kraftfahrtbundesamt „aufgedeckt“ worden – es gibt keine abgeschlossenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und auch keine Schuldeingeständnisse der Verantwortlichen.

Es besteht zwar die Notwendigkeit, die betroffenen Fahrzeuge nachzurüsten und mit geeigneten Mitteln zulassungsfähig zu halten, bislang hat aber niemand für die vorgenommenen Manipulationen die Verantwortung übernommen. Die Folge: Die Hersteller verkaufen ihre Rückrufe als Maßnahmen zur Optimierung der Servicequalität. In diesem Zusammenhang können nur Gutachten wirklich über entstehende Schäden oder drohende Wertverluste Aussagen treffen.

Noch wichtiger werden Gutachter, wenn es für Fahrzeuge „nur“ Verdachtsmomente gibt oder keine offizielle Rückrufaktion vorliegt.

Rechtsanwalt Dr. Hartung: „Viele Autobesitzer wundern sich, dass ihre Autos nach der Inspektion mehr Diesel oder AdBlue verbrauchen. Was da passiert ist, kann nur ein Gutachten klären!“

Mercedes gibt an, die Abschaltvorrichtungen würden dem Bauteileschutz vor Überhitzung dienen, bei BMW handelt es sich um ein Versehen. Ganz besonders brodelt es aktuell in der „Bulli-Szene“. T6-Eigentümer berichten nach dem Update über sehr auffällige Veränderungen der Verbrauchswerte. Da es für den EA288-Motor offiziell keine Auffälligkeiten gibt, bleibt den Eigentümern nichts anderes übrig, als ihre Verdachtsmomente auf eigene Faust nachzuweisen.

Dr. Hartung, Herausgeber von www.pkw-rueckgabe.de und Kooperationsanwalt der IG Dieselskandal: „Betroffenen Pkw-Besitzern bliebt nur die Klage in der aktuell zum Glück sehr begründeten Hoffnung, verbraucherfreundlich urteilende Richter zu finden oder Instanzen, die wenig auf die Einlassungen der Händler geben und die individuelle Betroffenheit durch ein gerichtsfestes Gutachten selbst dokumentieren wollen.“

Die Kooperationsanwälte der IG Dieselskandal haben bereits mehrere Porsche, Audi und Mercedes in sogenannten Beweissicherungsverfahren. Dabei beauftragt das Gericht geeignete Gutachten, die der Fahrzeugprogrammierung und den Manipulationen auf dem Rollenprüfstand intensiv und zuverlässig auf den Leib rücken.

Für die einzelnen Verbraucher können gutachterliche Leistungen Argumente für die Aufnahme einer Klage liefern, auch wenn nicht das ganz breite Spektrum abgerufen wird. Das kann nämlich teuer werden. Der Nachweis einer Manipulation bei einem 100.000 Euro Porsche kostet bis zu 10.000 Euro. Die Rechtsschutzversicherungen bezahlen das in aller Regel. Dr. Hartung: „Für Unversicherte baut sich aber ein hohes Kostenrisiko auf!“

Wer wissen will, auf welche Art und Weise zumindest Hinweise auf eine eventuelle Betroffenheit gesammelt werden können, kann sich gerne an MBK Rechtsanwälte für eine kostenlose juristische Erstberatung wenden.


Rechtstipp aus der Themenwelt Rechte betrogener Käufer und den Rechtsgebieten Kaufrecht, Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Verkehrsrecht

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