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Kleinanleger aus Ostholstein nutzt möglicherweise letzte Chance für Klage gegen Deutsche Bank

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Kleinanleger aus Sereetz (Kreis Ostholstein) nutzt möglicherweise letzte Chance für Klage, um sein angelegtes Geld zurückzuholen, meint der Kieler Fachanwalt Helge Petersen.

Ein Kleinanleger aus Sereetz (Kreis Ostholstein) nutzt möglicherweise die letzte Chance für eine Klage gegen die Deutsche Bank AG, um sein angelegtes Geld, ca. 15.000 USD, zurückzuholen. Er ist einer von 5650 Kleinanlegern, die 2008 den exklusiv von der Deutschen Bank empfohlenen Schiffsfonds gezeichnet hatten. Die Investition in die Nordcapital Bulkerflotte 1 sollte für den damals 62-jährigen Elektromeister zur Altersvorsorge dienen. Doch über die großen Risiken eines solchen geschlossenen Fonds erfuhr er im Beratungsgespräch fast nichts: „Ich bin schon seit frühester Jugend Kunde der zur Deutschen Bank gehörenden Handelsbank Lübeck und wollte im Vorruhestand meine Altersvorsorge regeln. Fest angelegtes Geld wurde fällig und dies wollte ich weiterhin sicherheitsorientiert anlegen. Im Beratungsgespräch wurden Risiken nahezu ausgeschlossen. Ich bekam noch nicht einmal Originalpapiere zu sehen, es waren Kopien. Nun fühle ich mich komplett über den Tisch gezogen und habe die Tragweite der Entscheidung erst später realisiert.“

Vor der Investition in neun Schüttgutfrachter zum Transport von Eisenerz oder Kohle (Englisch: Bulker) wurde im Sommer 2008, also vor der Beratung des Sereetzer Anlegers, in Expertenkreisen ausdrücklich gewarnt: Das Fachblatt „Fondszeitung“ schrieb vom „Ende der Bulkerstory“, der Fonds sei zu teuer und der Prospekt rechne viel zu optimistisch. Von der Weltwirtschaftskrise und der Schiffskrise war da noch keine Rede. Bei der Bulkerflotte 1 traten dann gleich mehrere der Risiken ein: der koreanische Reeder ging pleite, die Schiffskrise im Fahrwasser der Weltwirtschaftskrise verhinderte eine gute Charterrate und das Sanierungskonzept von 2011 funktionierte nicht. Der ehemalige Bankkaufmann und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Helge Petersen nimmt seinen Mandanten aus Sereetz in Schutz: „Was in Finanzsachen unbedarfte Anleger oft nicht wissen: sie zeichnen hochspekulative Unternehmensbeteiligungen. In diesem Markt gibt es wenig Regulierung, wenig Aufsicht und wenig Transparenz. Deshalb werden solche Beteiligungen in den USA auch nur an Profis verkauft. Gerade bei Sanierungskonzepten werden jedoch die Interessen der Emissionshäuser und die der finanzierenden Banken berücksichtigt. So gibt die Deutsche Bank 2012 ein zusätzliches Darlehen von 3 Mio. US-Dollar – sie wird aufgrund der Fondskonstruktion ja auch als erstes bedacht, wenn es zur Gewinnausschüttung kommt.“

Petersen weist auf ein weiteres Problem für die Anleger hin: „Geplant war der Fonds ursprünglich im Prospekt mit 12 Schiffen. Es wurden jedoch nur 9 gekauft und aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten des Fonds musste man nicht nur auf ein weiteres Schiff verzichten, sondern auch auf 17 Mio. Dollar Anzahlung. Die wirtschaftliche Rechnung und damit die Erwartungen der Anleger konnten so doch von Anfang an gar nicht mehr erfüllt werden! Meiner Meinung nach muss die Deutsche Bank das Geld der Anleger ohne Umschweife einfach zurückzahlen: die haben schlecht geplant, schlecht informiert und schlecht reagiert. Es ist allerdings an der Zeit, dass die Anleger aktiv werden, denn diese Ansprüche unterliegen eventuell einer baldigen Verjährung!“


Rechtstipp vom 02.07.2015
aus der Themenwelt Finanzen und Versicherung und dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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