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Nachweis der Entwendung eines Fahrzeuges in der Kaskoversicherung

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OLG Karlsruhe, Urteil vom 28.05.2019 zur Frage, wie der Versicherungsnehmer den Nachweis der Entwendung seines Fahrzeuges in der Kaskoversicherung erbringen kann

In dem entschiedenen Fall machte der Kläger aus einem abgeschlossenen Versicherungsvertrag eine Teilkaskoentschädigung geltend. Hierzu erklärte er, dass der Schlüssel des Fahrzeuges in seiner Wohnung abgelegt worden war und über Nacht entwendet wurde. Mit diesem Schlüssel müssen die unbekannten Täter das Fahrzeug gestohlen haben. Der Täter wurde nicht ermittelt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Fahrzeug entwendet wurde. Dies begründete es wie folgt:

Grundsätzlich trägt der Versicherungsnehmer in der Teilkaskoversicherung die Beweislast dafür, dass der versicherte PKW entwendet wurde. Da der Diebstahl selbst meistens nicht unmittelbar beobachtet wird, und da der Dieb in vielen Fällen unbekannt bleibt, ist die Beweissituation für den Versicherungsnehmer nicht einfach. Aus diesem Grunde hat der Bundesgerichtshof spezielle Beweisregeln für Nachweis einer Entwendung in der Kaskoversicherung entwickelt.

Es reicht grundsätzlich aus, wenn der Versicherungsnehmer Tatsachen nachweist, aus denen sich das äußere Bild eines Diebstahls ergibt. Hierzu genügt es, wenn der Versicherungsnehmer angibt, wann er sein Fahrzeug an welchem Ort abgestellt hat und wann er dieses nicht mehr auffinden konnte. Dem Versicherungsnehmer ist es nicht zuzumuten, darzulegen, wie das Fahrzeug entwendet wurde, sodass es für das äußere Bild nicht darauf ankommt, wie der Dieb in den Besitz des Fahrzeuges gelangt ist. Ebenfalls irrelevant war in dem vorliegenden Fall, ob und wie der Dieb die Wohnung des Klägers gelangt ist, und von dort den Schlüssel mitgenommen hat. Aus diesem Grunde hatte der Kläger in dem zu entscheidenden Fall das äußere Bild eines Diebstahls bewiesen.

Die Angaben des Klägers konnten durch die Versicherung nicht erschüttert werden. Aufgrund der Angaben des Klägers sind in die Polizeibeamten davon ausgegangen, dass der Dieb wahrscheinlich über die Terrassentür in die Wohnung des Klägers eingedrungen ist, dort den Fahrzeugschlüssel vorgefunden und mitgenommen hat. Werkzeugspuren an der Terrassentür wurden zwar nicht festgestellt, jedoch reicht dies nicht für eine Feststellung aus, dass es keinen Einbruch gegeben hat.

Sollte bei Ihnen ein entsprechender Fall vorliegen, sprechen Sie uns gern an. Wir prüfen Ihre Ansprüche und setzen Ihre Ansprüche durch. 


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Versicherungsrecht, Zivilrecht

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