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OLG Hamm bestätigt Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern via WhatsApp

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Das Oberlandesgericht Hamm hat mit einem Beschluss vom 14.01.2016, Aktenzeichen: 4 RVs 144/15, die Verurteilung eines 55-jährigen Angeklagten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern bestätigt.

Im vorliegenden Fall chattete der Angeklagte über WhatsApp mit der damals 9 Jahre alten Geschädigten, dessen Mutter er kannte. Im Rahmen des Chats fragte er die Geschädigte wiederholt nach ihrem Freund und ob sie glücklich mit ihm sei.

In den nächsten Tagen erkundigte er sich, ob die Nacht mit ihrem Freund „schön“ gewesen sei und ob sie für ihn nicht auch „eine Freundin“ habe. Diese müsse auch „nicht erwachsen“ sein. Des Weiteren schrieb der Angeklagte: „Vielleicht mag sie mich ja auch. Dann können wir ja zu viert was machen. Du und dein Freund und ich mit ihr.“

Die weiteren Nachrichten, die der Angeklagte über WhatsApp an die Geschädigte versandte, erhielt ihre Mutter, die zwischenzeitlich das Telefon ihrer Tochter an sich genommen hatte. Diese führte in deren Namen den Chat fort. Der Angeklagte, der davon keine Kenntnis hatte, teilte mit, dass sie echt süß sei, er sie sehr möge und sie ja leider schon vergeben sei. Die Konversation endete mit der Frage, ob sie denn auch gerne nackt gestreichelt werden würde.

Daraufhin wurde gegen den Angeklagten Anzeige erstattet, worauf die Staatsanwaltschaft Anklage erhob. Der Angeklagte wurde schließlich in erster Instanz durch das Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von 9 Monaten verurteilt. Die gegen die Verurteilung vom Angeklagten eingelegte Sprungrevision blieb erfolglos.

Der Vierte Strafsenats des Oberlandesgerichts Hamm bestätigte jedoch die Verurteilung des Angeklagten wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern gemäß § 176 Abs. 4 Nr. 3 StGB.


Rechtstipp vom 22.02.2016
aus der Themenwelt Strafverfahren und dem Rechtsgebiet Strafrecht

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