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Raucher werden bei uns nicht eingestellt! Darf ein Arbeitgeber das?

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Ein Beitrag von Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck, Berlin und Essen.

Ein US-amerikanischer Konzern hat angekündigt, ab 01. Februar 2020 in Amerika keine Raucher mehr einzustellen. Wäre das auch in der Bundesrepublik denkbar? Dürfte man Bewerber hierzulande ablehnen, weil sie in ihrer Freizeit rauchen? Dürfte man Arbeitnehmern kündigen, weil sie sich als Raucher entpuppen? Dazu der Kündigungsschutzexperte Anwalt Bredereck:

Zunächst: Raucher und Nikotinkonsumenten sind nicht durch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz geschützt. Deshalb wäre es theoretisch möglich, Bewerber abzulehnen, nachdem sie auf die Frage, ob sie rauchen, mit „ja“ antworten. Ein abgelehnter Bewerber könnte gegen eine Absage unter diesen Umständen regelmäßig nichts machen.

Nun ist es aber so, dass Arbeitgeber im Bewerbungsverfahren nicht nach dem Nikotinkonsum in der Freizeit fragen dürfen. Denn: Es handelt sich um eine unzulässige Frage, genauso wie es beispielsweise nicht erlaubt ist, danach zu fragen, ob eine Bewerberin schwanger ist.

Wird die Frage dennoch gestellt, darf man – arbeitsrechtlich gesehen – die Unwahrheit sagen. Wird der Bewerber dann aufgenommen, nachdem er wahrheitswidrig behauptet hat, er sei Nichtraucher, droht ihm weder die Abmahnung noch die Kündigung, wenn er privat überraschenderweise mit einer Zigarette gesehen wird.

Arbeitgeber dürfen in der Bundesrepublik nicht nach Zigaretten- oder Nikotinkonsum fragen, weil sie kein berechtigtes Interesse daran haben. Ob jemand in seiner Freizeit raucht oder nicht, geht den Arbeitgeber schlicht nichts an. Solange es sich nicht negativ auf die Arbeitsfähigkeit auswirkt, darf ein Arbeitnehmer in der Freizeit regelmäßig tun und lassen, was er will.

Daher: Der Arbeitnehmer verletzt seine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht, wenn er in seiner Freizeit raucht. Ihm darf nicht gekündigt werden, weil er raucht, und auch nicht deshalb, weil er die (unzulässige) Frage, ob er raucht, im Bewerbungsgespräch wahrheitswidrig verneint hat.

Wem deshalb trotzdem gekündigt wurde, hat beste Chancen, sich mit einer Kündigungsschutzklage auf seinen Job zurückzuklagen oder zumindest eine Abfindung auszuhandeln.

Haben Sie eine Kündigung erhalten? Haben Sie Fragen zu Ihrer Abfindung? Wirft man Ihnen eine Straftat am Arbeitsplatz vor?

Rufen Sie noch heute Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck an. Kostenlos und unverbindlich beantwortet er Ihre Fragen in einer telefonischen Ersteinschätzung.

Bundesweite Vertretung

Fachanwalt für Arbeitsrecht Alexander Bredereck vertritt seit über 20 Jahren Arbeitnehmer und Arbeitgeber bundesweit.

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Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Arbeitsrecht

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