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Skandal bei Envion, 100 Mio. Euro weg?

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Token im Wert von etwa 40 Mio. Euro zu viel produziert und verkauft – CEO und Gründer schieben sich gegenseitig die Schuld zu

München, Berlin 28.05.2018: Es hätte eine Erfolgsgeschichte aus Deutschland werden sollen. CEO der Envion AG, Matthias Woestmann wollte zusammen mit den Gründern der Envion AG das Crypto-Mining ökologischer machen und Bitcoins und Co. mit Ökostrom nachhaltiger erzeugen.

Zu diesem Zweck führte die Envion AG Anfang des Jahres einen ICO durch und gab rund 86 Mio. Envion Token (EVN) aus. Insgesamt wurden etwa 100 Mio. Euro von den Investoren eingenommen – ein gewaltiger Erfolg. Die Token sind als Genussrechte ausgestaltet und gewähren einen prozentualen Anteil am Gewinn des Unternehmens.

Wie sich nun jedoch herausstellte, wurden anscheinend über die ausgegebenen 86 Mio. Token hinaus wohl noch weitere Token zum Erstausgabewert von rund 40 Mio. Euro am offiziellen ICO vorbei produziert und auf mehrere E-Wallets verteilt. Diese weder im Whitepaper noch auf den sonstigen Informationen zum ICO erwähnten Token wurden dann auf den Handelsplattformen zum Kauf angeboten.

Dies hat zur Konsequenz, dass die Investoren, die am offiziellen ICO teilgenommen haben, gut ein Drittel ihrer Gewinnbeteiligung verlieren, wenn der Gewinn auch auf die „illegal“ geschaffenen Token verteilt wird. Der Gewinnanteil der Investoren würde erheblich verwässert werden.

Als „illegal“ können diese zusätzlichen Token bezeichnet werden, da diese gemäß dem Whitepaper eigentlich gar nicht existieren dürften und daher auch nie in den Handel hätten gelangen dürfen.

Ein weiteres Risiko besteht für diejenigen Investoren, die nach dem offiziellen ICO über Handelsplattformen EVN erworben haben und nun nicht wissen, ob sie legale oder „illegale“ EVN besitzen. Dies wird erst durch eine intensive Analyse der Blockchain ermittelt werden müssen.

CEO Matthias Woestmann hat bereits angekündigt, einen neuen Token ausgeben zu wollen und die EVN dann in diesen neuen Token zu tauschen, um die Situation für die Investoren zu bereinigen. Es steht jedoch fest, dass bis zur Klärung der Situation die Envion AG hinsichtlich ihrer geplanten Mining-Projekte gelähmt ist und im hart umkämpften Mining-Geschäft könnte diese zeitliche Verzögerung fatale Folgen für das gesamte Mining-Projekt der Envion AG haben.

Mittlerweile wurden sowohl von Matthias Woestmann als auch vom Gründer Michael Luckow Betrugsvorwürfe erhoben. Herr Woestmann hat bei der Staatsanwaltschaft Berlin Strafanzeige gestellt. Die Ermittlungen wurden eingeleitet.

Für die Investoren bedeutet dies alles eine unsichere Zukunft von Envion und somit auch eine unsichere Zukunft für das so vielversprechend beschriebene Investment. Dies drückt sich in einem Kursverlust des EVN von über 60 % aus. Statt guter Gewinne drohen jetzt erhebliche Verluste. Derzeit ist nicht absehbar, in welche Richtung sich Envion entwickeln wird. 

CLLB Rechtsanwälte bereitet erste Schadenersatzklagen gegen die Verantwortlichen vor und hat bereits mit der Staatsanwaltschaft in Berlin Kontakt aufgenommen.

Investoren bei Envion sollten daher prüfen, ob ihnen ggf. ebenfalls Schadenersatzansprüche zustehen, erklärt CLLB weiter. 


Rechtstipp vom 29.05.2018

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