Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Ständige Mahnungen von Unternehmen

(6)

Sie erhalten ständig Mahnungen, obwohl Sie nichts bestellt haben?

Oder Sie versuchen erfolglos, eine Klärung Ihres Kundenkontos zu erreichen?

Im ersten Fall haben Sie es möglicherweise mit einem Betrüger zu tun. Vor allem bei fremdsprachigen Zahlungsaufforderungen ist größte Vorsicht geboten. Schon das Öffnen der Mail kann einen Virus aktivieren. 

Wenn Sie die Mail nicht zuordnen können, besser löschen, ohne zu öffnen.

Aber auch scheinbar seriöse Schreiben können auf Ihre persönlichen Daten zielen oder versuchen, Sie zu einer Überweisung zu veranlassen – meistens Kleinbeträge unter 50,00€. Es gibt hervorragende Fälschungen, die eine Mail scheinbar von einem bekannten Absender darstellen.

Hier gilt: Nicht zahlen. Nehmen Sie Kontakt zum Absender auf. Aber verwenden Sie bitte niemals die in der Mail genannten Kontakte (Telefon oder Antwort-Mail). Das kann einen Virus aktivieren oder auf ein Call-Center führen.

Der zweite Fall ist schwieriger. Hier haben Sie es oft mit einer großen Organisation zu tun (GEZ, Telekom, Energieversorgung usw.). Hinter den wiederholten Mahnungen steckt kein böser Wille, sondern mangelhafte Organisation.

Hintergrund: Diese großen Einheiten haben eine Rechnungsabteilung, die den Zahlungseingang überwacht. Ist eine Rechnung rückständig, wird automatisch die Mahnung veranlasst. Daher erhalten Sie Mahnungen, solange das Konto nicht ausgeglichen ist.

Nun haben Sie aber Ratenzahlung vereinbart und erhalten trotzdem Mahnungen. Logisch! Ihr Konto ist ja noch im Soll. Die Ratenvereinbarung kann im Rechnungswesen nicht verarbeitet werden. Unter Umständen werden Zahlungen auch falsch verbucht.

Die Inkasso-Abteilung, die für die Rückstände zuständig ist, bestätigt womöglich, dass alles in Ordnung sei. Diese Abteilung hat aber keinen Zugriff auf die laufende Abrechnung – und dann kommt die nächste Mahnung aus der Rechnungsabteilung...

Da Sie Schuldner sind, werden Ihre Einwände oft ausgefiltert. Das ist bei der Vielzahl der Forderungen nicht anders machbar (bei der Telekom laufen pro Jahr schätzungsweise 2,5 Mio. offene Ansprüche auf). Die individuelle Bearbeitung würde Unsummen verschlingen.

In dieser Situation müssen Sie den Sprung auf die höhere Ebene schaffen, die beide Abteilungen unter sich hat. Das ist normalerweise die Rechtsabteilung. Dort finden Sie nur mit anwaltlichem Beistand Gehör (Anwaltsschreiben landen automatisch in der Rechtsabteilung) oder wenn bereits ein gerichtliches Verfahren in Gang ist.

Mein Tipp: Bewahren Sie Ihre Ruhe. Sparen Sie sich nutzlose Telefonate und Schriftverkehr. Vermeiden Sie Ärger.

Beauftragen Sie einen Anwalt und legen Sie dann die Sache zur Seite. Lebensqualität ist viel wert.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Forderungseinzug & Inkassorecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Newsletter

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.