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Währungszinsswap: Cross Currency Harvest Swap der Deutschen Bank

Rechtstipp vom 11.07.2012
(26)
Rechtstipp vom 11.07.2012
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Der Cross Currency Harvest Swap ist eine Art des Währungszinsswaps, welcher von der Deutschen Bank entwickelt wurde. Bei diesem Swapvertrag werden die Zinsentwicklungen von hochverzinslichen Währungen mit jenen von niedrigverzinslichen Währungen verglichen.

Bei Abschluss des Vertrages muss der Anleger zunächst kein Kapital investieren - dieser Umstand wird als Verkaufsargument genutzt.

Der als Basiswert dienende Index (Balanced Currency Harvest (EUR) Index), welcher von der Deutschen Bank erstellt wurde, setzt sich aus Hoch- und Niedrigzinswährungen eines Währungskorbs zusammen. Dabei werden die Zinsdifferenzen dieser Währungen in Beziehung zu einer Basiswährung, dem US-Dollar, gesetzt. Der Tauschpartner (Swap = Tauschgeschäft) des Anlegers ist die Bank.

Der von der Deutschen Bank entwickelte Index steigt nur an, wenn diese Relation zwischen den Währungen hinter den Erwartungen des professionellen Terminmarktes bleibt. Anderenfalls steigt der Index nicht oder sinkt ab. Bei diesem Indexverlauf erleidet der Anleger teilweise enorm hohe Verluste. Die Deutsche Bank profitiert unmittelbar von den Verlusten des Anlegers, da sie Vertragspartnerin des Anlegers ist.

Die Deutsche Bank kann laut der Produktbeschreibung auch noch nach Zeichnung der Anlage verfügen, welche Währungen aus dem Währungskorb zur Zusammensetzung des Index gewählt werden und weitere Währungen selektieren, welche in den Währungskorb aufgenommen werden können. Damit kann die Deutsche Bank unmittelbar den Verlauf des Index, auf den die Bank als auch der Anleger wetten, beeinflussen.

Der Swapvertrag ist regelmäßig derart gestaltet, dass der Vertragsteil des Anlegers von Anfang an mit sehr viel schlechteren Gewinnchancen ausgestaltet war, als der Vertragsteil der Bank. Dabei handelt es sich um den sogenannten „anfänglichen negativen Marktwert". Der Bundesgerichtshof hat in seinem Präzedenzurteil zu Swapverträgen entschieden (BGH XI ZR 33/10 vom 22.03.2011), dass der anfängliche negative Marktwert einen unauflösbaren Interessenskonflikt der Bank darstellt. Denn diese arbeitet einerseits als Beraterin des Kunden und ist andererseits die Vertragspartnerin des Anlegers, deren eigene Profitinteressen konträr zu denen des Anlegers verlaufen.

Die Bank versucht häufig, diese Doppelrolle zu umgehen, indem sie ihren Vertragsteil an Dritte weiter veräußert, sogenanntes Hedgegeschäft (Deckungsgeschäft). Doch hat der Bundesgerichtshof auch dem Hedgegeschäft den Riegel vorgeschoben. Denn die Bank hat durch den Weiterverkauf ihres Vertragsteils bereits den Gewinn aufgrund des anfänglichen negativen Marktwerts des Anlegervertragsteils realisiert, da dadurch ihr eigener Vertragsteil einen spiegelbildlich positiven anfänglichen Marktwert hatte. Diesen hat sie durch den Veräußerungserlös in den eigenen Gewinn umgewandelt.

Es handelt sich um eine Falschberatung der Bankmitarbeiter, wenn nicht über die Risiken des Swapvertrages, den anfänglichen negativen Marktwert und die Funktionsweise des Swapvertrages aufgeklärt wurde.

In einem solchen Fall hat der Anleger gute Aussichten, vor Gericht seinen Schaden zu amortisieren durch eine Rückabwicklung des Swapvertrages.

Wenn Sie als Anleger ebenfalls Schaden aufgrund eines Swapvertrages erlitten haben, können Sie sich gerne an Frau Rechtsanwältin Köhler für eine Erstberatung wenden. Sie erreichen die Kanzlei unter der Rufnummer: 030 / 6500 6597 oder per Email an die info(at)investmentschutz.de.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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