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Wie verhalte ich mich bei einer Hausdurchsuchung?

Rechtstipp vom 04.03.2017
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Rechtstipp vom 04.03.2017
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Zumeist wird man durch ein unsanftes Klingeln und Klopfen morgens aus dem Schlaf gerissen. Man bewegt sich schlaftrunken zur Haustür und plötzlich steht die Polizei vor einem und möchte die Wohnung durchsuchen. Dies geschieht meistens mit einigen uniformierten Polizisten, aber auch mit Vertretern der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei. In dieser absoluten Überraschungs- und Überforderungssituation können Sie mit einem ungeschickten Verhalten die ganze Situation noch deutlich verschlechtern. Bereits in diesem frühen Zeitpunkt des Verfahrens kann ungeschicktes Verhalten das gesamte spätere Verfahren beeinflussen. Im Folgenden möchte ich Sie daher über Ihre Rechte und Möglichkeiten aufklären, die Sie bei einer Hausdurchsuchung beachten sollten.

Muss ich die Polizei in meiner Wohnung lassen?

Wenn die Polizei bei Ihnen vor der Tür steht, um Ihre Wohnung zu durchsuchen, braucht sie dafür eine Ermächtigungsgrundlage. In den meisten Fällen liegt ein richterlicher Durchsuchungsbeschluss vor oder die Behörden müssen Gefahr im Verzug annehmen. In beiden Konstellation werden die Ermittlungsbehörden auch zwangsweise den Zugang zu ihrer Wohnung gewinnen und die Durchsuchung durchführen. Diskussion oder gar Verbarrikadierungen bringen in diesem Stadium nur weitere Probleme und keine Lösung.

Wie sollte ich mich verhalten bei einer Hausdurchsuchung?

Der Einsatzleiter wird Ihnen in den meisten Fällen den erlassenen Durchsuchungsbeschluss aushändigen. Prüfen Sie, ob der Durchsuchungsbeschluss vor mehr als sechs Monaten erlassen wurde. Wenn dies der Fall sein sollte, weisen Sie den Einsatzleiter auf die offensichtliche Rechtswidrigkeit des Beschlusses hin. Rufen Sie nun schnellstmöglich einen Rechtsanwalt für Strafrecht an und bitten Sie den Einsatzleiter, dass er bis zum erfolgten Anruf und ein Eintreffen des Verteidigers noch zuwartet. Als Beschuldigter einer Straftat haben Sie ein Schweigerecht. Nutzen Sie dieses Schweigerecht! Sie haben das Recht, Durchsuchungszeugen hinzuzuziehen, damit keine Durchsuchungshandlung ohne Beobachtung durch einen objektiven Dritten durchgeführt werden können. 

Lassen Sie sich in keinerlei Diskussionen verstricken und unterschreiben Sie nichts. Führen Sie ein Durchsuchungsprotokoll und schreiben Sie sich genau auf, was die Behörden mitnehmen und ob etwas bei der Durchsuchung beschädigt wird.

Leisten Sie keinen Widerstand! Wenn Sie den Polizeibeamten Widerstand leisten, droht eine weitere Strafanzeige gemäß § 113 StGB wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Lassen Sie sich auch nicht zu möglicherweise beleidigenden Äußerungen hinreißen, da diese auch konsequent zur Anzeige gebracht werden können.

Zusammenfassend gilt bei einer Hausdurchsuchung: Sie sollten Ruhe bewahren, keinen Widerstand leisten, schnellstmöglich einen Strafverteidiger konsultieren, nichts unterschreiben und keine Aussagen zur Sache machen.

Als Rechtsanwalt für Strafrecht vertrete ich Sie bundesweit in Strafverfahren.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Strafrecht

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