Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.

Wie verkaufe ich als Vermieter Strom (Mieterstrom)?

  • 2 Minuten Lesezeit

Zum 01.08.2017 sollen die gesetzlichen Regelungen zum Mieterstrom in Kraft treten. Ab dem Zeitpunkt wird es für den Vermieter, der eine Photovoltaik-Anlage (kurz PV-Anlage) betreibt, wirtschaftlicher werden, seinen erzeugten Strom an die Mieter zu liefern. Aber wie geht das mit dem sog. Mieterstrom?

Ab Inkrafttreten des Gesetzes und Genehmigung durch die EU-Kommission kann der Vermieter und Betreiber einer solchen PV-Anlage nämlich nicht nur den Strom gegen eine feste gesetzlich geregelte Vergütung in das Netz des Netzbetreibers einspeisen und die Einspeisevergütung beanspruchen. Der Vermieter kann auch gleichzeitig für den PV-Strom, den seine Mieter ihm abnehmen, einen Mieterstromzuschlag beanspruchen. Die Höhe des Mieterstromzuschlages orientiert sich an der gesetzlichen Vergütung. Sie berechnet sich nach der Vergütung abzüglich 8,5 Ct/kWh. Gleichzeitig bekommt der Vermieter auch den zwischen ihm und dem Mieter für den bezogenen Strom ausgehandelte Vergütung. Es ist also so, dass der Vermieter für die kWh, die er erzeugt und der Mieter verbraucht einmal vom Netzbetreiber den Mieterstromzuschlag bekommt und einmal vom Mieter das vereinbarte Entgelt. Bleibt Strom übrig, bekommt der Vermieter wie bisher seine EEG-Vergütung.

Allerdings sind vom Gesetzgeber Vorgaben aufgestellt worden, die es zu beachten gilt. Zum Beispiel: So wird ein Mieterstromzuschlag nur dann gezahlt, wenn die Anlagenleistung maximal 100 kW ist. Auch muss die Anlage auf einem sogenannten Wohngebäude installiert sein. Ein Wohngebäude liegt aber auch schon dann vor, denn 40 % der Fläche des Gebäudes dem Wohnen dient. Verbrauchen muss der Strom ein Mieter, was aber nicht zwingend eine Privatperson sein muss. Ein Vermieter kann mit seiner PV-Anlage auch Strom an einen Gewerbetreibenden liefern, wenn die Anlage auf einem gemischt genutzten Gebäude, bei dem zumindest 40 % der Fläche dem Wohnen dient, installiert ist. Der Verbrauch muss aber innerhalb des Gebäudes oder in Wohngebäuden oder Nebenanlagen im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Gebäude und ohne Durchleitung durch ein Netz erfolgen.

Auch hat der Gesetzgeber an den Schutz des Mieters gedacht. So darf zum Beispiel der Mieterstromvertrag nicht Bestandteil des Mietvertrages über Wohnräumen sein, sondern muss in den Fällen gesondert geschlossen werden. Auch darf der Strompreis für den Mieter nicht höher sein als 90 % des Grund- und Arbeitspreises des Grundversorgungstarifes im jeweiligen Netzgebiet. Auch muss der Vermieter sicherstellen, dass der Mieter Strom bekommt, wenn die PV-Anlage keinen Strom produziert, z. B. nachts.

Für Einzelheiten und Rückfragen kontaktieren Sie uns bitte.



Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwältin Dr. Christina Bönning-Huber

Photovoltaik-Anlagen, die 2022 in Betrieb genommen werden, bekommen eine höhere Vergütung?! Ist das wirklich so? Da kann der Jurist wieder nur darauf sagen: „Es kommt darauf an…“. Die Aussage ist ... Weiterlesen
Photovoltaik-Anlagen sind wichtiger Bestandteil der Energiewende. Viele Eigenheimbesitzer erhöhen den Anteil des selbst genutzten erzeugten PV-Stroms durch einen Speicher. Er ermöglicht die ... Weiterlesen
Zum 01.08.2017 sollen die gesetzlichen Regelungen zum Mieterstrom in Kraft treten. Ab dem Zeitpunkt wird es für den Vermieter, der eine Photovoltaik-Anlage (kurz PV-Anlage) betreibt, ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

19.05.2022
Über die Zwangsräumung von Mietern – das schärfste Schwert, das Vermietern zur Verfügung steht – halten sich ... Weiterlesen
15.04.2021
Der Wohnungsmarkt ist nicht nur in Berlin angespannt – auch in anderen Bundesländern steigen die Mieten rasant an. ... Weiterlesen
24.02.2022
Je attraktiver die Immobilie, desto höher die Miete – warum also nicht einfach eine Mieterhöhung beschließen? Die ... Weiterlesen