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Wieder Unfallflucht: Nur an der Unfallstelle verbleiben reicht nicht!

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- Unfallflucht in Leipzig und Umgebung -

Grundsätzlich gilt: Als im Straßenverkehr Unfallbeteiligter macht sich wegen Unerlaubten Entfernens vom Unfallort strafbar, wenn er sich vom Unfallort räumlich entfernt, bevor er zugunsten anderer Unfallbeteiligter und Geschädigter Feststellungen über seine Beteiligung am Unfall ermöglicht hat (§ 142 I Nr 1 StGB). Auch macht sich strafbar, wer sich entfernt, ohne eine angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war Feststellungen zu treffen (§ 142 I Nr 2 StGB)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun in seinem Beschluss vom 11.04.2018 (4 StR 583/17) entschieden, dass ein Unfallbeteiligter, der zwar an der Unfallstelle lange wartet und sich erst entfernt, nachdem u. U. alle feststellungsberechtigten Personen ihrerseits gegangen sind, sich gleichwohl wegen unerlaubten Entfernens strafbar gemacht hat, wenn er sich zuvor nicht als Beteiligter am Unfall vorgestellt hat, als noch feststellungsbereite Personen vor Ort waren.

Salopp ausgedrückt: Nur da bleiben, sich aber nicht rühren und später sinngemäß behaupten: „Ich bin ja nicht abgehauen, aber es wollte keiner was von mir....“ Das reicht nicht!

Stattdessen müssen Sie, wenn Sie an einem Unfall beteiligt sind, erstens an der Unfallstelle bleiben und sich gegenüber mit dem anderen Unfallbeteiligten oder Geschädigten als Beteiligter zu erkennen geben. 

Denn nur so sind Feststellungen möglich, die als Grundlage für spätere Schadensersatzansprüche dienen können. Diese Feststellungen haben übrigens nichts mit der Frage der Schuld am Unfall zu tun. Es geht im Wesentlichen nur um die Tatsache Ihrer Beteiligung, die Schadensbilder an einem oder mehreren Fahrzeugen, Ihre Identität, die Fahrzeugidentität, das Kennzeichen und die Haftpflichtversicherung, bei der das von Ihnen geführte Fahrzeug versichert ist. 

„Abhauen“ lohnt also nicht und kann im Übrigen nicht nur bestraft, sondern auch unerwartet 

teuer werden!

Lassen Sie sich rechtzeitig beraten!

Viele Grüße aus Leipzig, 

Ihr

Patrick Graf zu Stolberg 

Fachanwalt für Strafrecht


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Strafrecht, Verkehrsrecht

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