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Abgasskandal: Porsche ruft Cayenne 3,0 TDI zurück

Rechtstipp vom 27.10.2017
Rechtstipp vom 27.10.2017

Jetzt wird es ernst für die Besitzer von Porsche-SUV in Deutschland: Das Modell Porsche Cayenne 3.0 TDI mit der Schadstoffklasse 6 – also das aktuelle Modell – wird wohl ab dem 6. November 2017 offiziell in die Werkstätten zurückgerufen. Das Kraftfahrtbundesamt hat die von Porsche vorgeschlagenen Maßnahmen genehmigt und die komplette Aktion zur Umsetzung freigegeben.

Das Fahrzeug arbeitet mit einer illegalen Software, die den Schadstoffausstoß im Testbetrieb – also auf dem Prüfstand – minimiert, während im Alltagsbetrieb gesetzlich geforderte Grenzwerte nicht eingehalten werden. Frage ist, ob der PS-starke Cayenne nach der Rückrufaktion weiter so sportlich agiert, wie der Fahrer es gewohnt ist.

Während Mercedes-Motoren mit einem so genannten „Thermischen Fenster“ arbeiten und den Schadstoffausstoß parallel zur Betriebstemperatur regeln und VW über die EA189-Schummelsoftare grundsätzlich Eingriffe in die Motorsteuerung vorgenommen hat, geht es beim Porsche – vermutlich auch beim Audi Q7 und beim VW Touareg – um Manipulationen an der Getriebesoftware. Hier geht das Kraftfahrt-Bundesamt wohl davon aus, dass eine eingeschleuste Software den Wagen auf dem Prüfstand anders schalten lässt als im Alltag. Das Getriebe soll angeblich Beschleunigungen sowie Berg- und Kurvenfahrten erkennen und dann die „volle Leistung“ ohne Abgasminimierung freigeben können.

Auf dieses „Tuning“ wird wohl kaum ein Porsche-Fahrer freiwillig verzichten wollen.

Im Rahmen der Rückrufaktion wird jetzt nichts verändert, sondern „nur“ die Einfluss nehmende Software komplett entfernt. Damit könnten sich die Befürchtungen von Porsche-Fahrern bestätigen, dass ihr geliebter Cayenne Leistungseinbußen und grundsätzliche Veränderungen an der Motorcharakteristik erleidet.

Dr. Gerrit W. Hartung: „Porsche-Fahrer haben sich ihren Cayenne nicht wegen der Optik allein gekauft, sondern weil sie einen optimalen Kompromiss zwischen Oberklassen-Wirtschaftlichkeit, Sportlichkeit, Dynamik und werterhaltender Faszination im Alltag erleben wollten. Nun kommt ein Porsche-Mitarbeiter und entfernt etwas aus dem Motor, von dem man noch nicht weiß, ob man es schmerzlich vermissen wird. Das ist ein Dilemma.“

Die Gefahr, so der Herausgeber von www.pkw-rueckgabe.de: „Sollte sich nach der Software-Herausnahme ergeben, dass der Cayenne nicht mehr der alte ist, dann gibt es keinen Weg zurück, denn unter Umständen entspricht das Auto dann zwar den gesetzlichen Vorschriften und es besteht offiziell kein Mangel mehr - aber es ist eigentlich nicht mehr das bestellte und teuer bezahlte Auto!“

Andererseits: Die vom KBA begleitete Aktion muss durchgeführt werden und ist keine freiwillige Aktion. Wer die Teilnahme nicht nachweisen kann, muss damit rechnen, dass das Fahrzeug stillgelegt wird oder den nächsten TÜV nicht übersteht.

Fahrer der betroffenen Fahrzeuge – 21.500 in ganz Europa – 7500 in Deutschland – sollten ihren Händler auffordern, den Cayenne zurückzunehmen oder den entstandenen Schaden durch Wertverlust und Veränderung der Motorcharakteristik zu kompensieren.

Über die entsprechenden Möglichkeiten informiert Dr. Gerrit W. Hartung auf www.pkw-rueckgabe.de.

Der Jurist prüft kostenlos die Betroffenheit Ihres Cayenne-Models und informiert über rechtliche Möglichkeiten.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Kaufrecht

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