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Anlagebetrug im digitalen Zeitalter, immer neue Erscheinungsformen

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Auch der Anlagebetrug verlagert sich zunehmend in die digitale Welt

War in der analogen Welt zumindest noch ein persönlicher Kontakt zum potentiellen Opfer erforderlich, was im Schadensfall zumindest die Kenntnis vom Täter bedeutete, so erfolgt dies inzwischen überwiegend vollständig anonym übers Internet.

Die Betrugsmasche

Aktuell zu beobachten sind aggressiv beworbene, angeblich bahnbrechende Anlagemodelle, die mittels Bitcoins oder Zertifikatehandel, etwa CFDs (Contracts for Difference) wahnsinnige Renditen und die Vervielfachung des eingesetzten Kapitals versprechen.

Da das natürlich bei jedem potentiellen Anleger zunächst Verdacht auslöst, wird dies in vermeintlichen Presseartikeln beworben, zu dem prominente Persönlichkeiten ohne ihr Wissen als „Werbende“ instrumentalisiert werden. Zudem werden die Anlageformen regelmäßig so dargestellt, als ob man Gesetzeslücken schnell noch nutzen könne und Banken und Öffentlichkeit dies verhindern wollten.

Hat das „Opfer“ dann angebissen und seine Kontaktdaten angegeben, meldet sich zeitnah ein „Berater“ per Telefon. Diese gut geschulten Täter überzeugen den Anleger dann zu einer ersten Testüberweisung von meist wenigen hundert Euro.

Auf einem Anlagekonto, das auf einer Plattform im Internet angelegt wird, werden dem Anleger dann fingierte Umsätze mit dem Geld dargestellt, das in kurzer Zeit zu erheblichen angeblichen Gewinnen führt.

Mit dem so gewonnenen Vertrauen wird der Anleger dann zu höheren Einsätzen .

Zahlungen erfolgen dabei teils auf Konten bei deutschen Banken, teils aber direkt auf Konten ausländischer (meist osteuropäischer) Banken.

Wenn der Anleger dann nicht mehr zu weiteren Zahlungen bereit ist, reißt der Kontakt ab und Kontaktversuche des Anlegers bleiben erfolglos. Die Zahlungen sind dann bereits mehrfach weiter transferiert und die Empfänger nicht mehr für die Justiz greifbar. Nach einigen Monaten startet die Masche unter neuer Domain und leicht modifizierter Story dann erneut.

Handlungsmöglichkeiten

Hier kann nur durch schnelles Handeln noch eine Schadensbegrenzung erreicht werden. Nur unmittelbar nach den Überweisungen besteht zumindest noch eine Chance durch Anzeige bei den spezialisierten Staatsanwaltschaften eine Arrestierung der Konten zu erreichen. Ist das Geld auf ausländische Konten transferiert, ist auch das eher unwahrscheinlich.

Gerne beraten wir Sie zu Möglichkeiten des Handelns. 

Sebastian Koch

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Allgemeines Vertragsrecht, Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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