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CFD – Keine geeignete Anlage für Kleinanleger

Rechtstipp vom 28.11.2018
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Rechtstipp vom 28.11.2018
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Anleger sind in letzter Zeit häufig von Verlusten betroffen, welche aus Geschäften mit CFD´s entstehen. Meistens sind dabei Online-Handelsplattformen beteiligt, welche ihren Sitz im Ausland haben.

JUEST+OPRECHT Rechtsanwälte möchte Klarheit in diese Art von Geschäften bringen und bietet betroffenen Anlegern Hilfe an. Im Folgenden werden daher die Geschäfte erläutert:

Was sind CFD´s?

CFD´s (Contract for Difference) sind finanzielle Differenzgeschäfte in Bezug auf die Kursentwicklung eines bestimmtem Basiswertes (z. B. Aktien, Rohstoffe, Kryptowährungen, Devisen etc.) zwischen zwei Parteien. Bei einem CFD handelt es sich um einen schuldrechtlichen Vertrag und nicht um ein Wertpapier. Demzufolge werden CFD´s auch nicht über die Börse abgewickelt, sondern außerbörslich („Over The Counter“ OTC) direkt zwischen den Vertragsparteien abgeschlossen. Der hier als Vertragspartner des Anlegers auftretende CFD-Anbieter (Market Maker) nimmt entweder das aus den CFD´s resultierende Risiko selbst auf sich oder er sichert sich hinsichtlich der Risiken ab.

Kursstellung

Der Anleger kauft bei einem CFD nicht den Basiswert (also z. B. die Aktie), sondern leistet hinsichtlich der Kursdifferenz zwischen zwei von vornherein vereinbarten Zeitpunkten eine Sicherheit (Margin). Der Anleger hat hier allerdings nicht die tatsächliche Differenz in Euro auszugleichen, sondern nur einen Bruchteil davon. Dadurch wird der Vertrag mit der Konsequenz gehebelt, dass schon geringe Wertdifferenzen beim Basiswert dazu führen können, dass die Margin nicht mehr ausreicht, sodass der Kontrakt unter Umständen vom Anbieter geschlossen wird und der Anleger seine komplette Sicherheitsleistung, also seinen Geldeinsatz verliert. Umgekehrt kann der Hebel auch zu einem erheblichen Gewinn des Anlegers führen, selbst falls der Basiswert sich nur wenig in die gewünschte Richtung verändert.

Der Interessenkonflikt

Meistens tritt der konkrete CFD-Anbieter als Gegenpartei des Anlegers auf. In dieser Rolle hat der CFD-Anbieter einen weiten Ermessensspielraum bei der Festsetzung von Kursen, bzw. den Kursdifferenzen und demzufolge auch bei der Festsetzung der zu leistenden Margin. Die Markt- und Sachgerechtheit der festgesetzten Kurse (Kursdifferenzen) ist vom Anleger aber nicht überprüfbar, weil ihm schon die notwendigen Informationen fehlen. Bedenkt man weiter, dass die Verluste der Anleger direkt mit den Gewinnen der Anbieter korrespondieren, so ist klar, dass hier massive Interessenkonflikte vorhanden sind, welche dem Anleger eindeutig zu offenbaren sind. Selbst falls der Anbieter Absicherungsgeschäfte vornimmt, kann der Anleger nicht überblicken, ob hier Gewinnspannen enthalten sind.

Ausländische Online-Plattformen

Abgewickelt wird der Handel meist über eine Online-Plattform, welche ihren Sitz häufig auf Zypern, Malta oder auch den baltischen Staaten haben. Oftmals dürfte hier lediglich eine staatliche Lizenz zum Glücksspiel, nicht aber zur Abwicklung von Finanzgeschäften vorliegen. Auf der Hand liegt, dass die Verfolgung von Ansprüchen in den genannten Ländern komplizierter ist, als die Verfolgung von Ansprüchen in Deutschland.

Vorsicht!

Nach unserer Ansicht sind CFD´s kein geeigneter oder sinnvoller Anlagegegenstand für den Privatanleger und bergen neben der Gefahr sich zu „verspekulieren“ auch die Gefahr an unseriöse, bzw. sogar betrügerisch handelnde Anbieter zu geraten. JUEST+OPRECHT Rechtsanwälte werden Ihnen hier bei der Verfolgung Ihrer Schadensersatzansprüche im In- und Ausland auch Mithilfe des vorhandenen Anwaltsnetzwerkes zur Seite stehen.

Geben Sie nicht auf, sondern melden Sie sich bei uns. Oft hilft hier auch die Bündelung von Anlegern, welche Opfer der gleichen Plattform wurden, die Rechtsdurchsetzung zu vereinfachen. (UH)


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