Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Teilen

E-Mail

Facebook

Twitter

LinkedIn

Xing

Link

Containerfonds oder Schiffsfonds - nichts für schwache Nerven!

(22)

Ähnlich wie Schiffsbeteiligungen bieten Beteiligungen an (geschlossenen) Containerfonds hohes Renditepotenzial bei hohem Risiko. Teilweise können Anleger durch hohe Renditen erzielt werden. Dennoch gilt die Investition als risikoreich. Als Steuersparmodelle mögen derartige Beteiligungen insbesondere für besser gestellte Menschen eine interessante und spannende Anlageform darstellen. Aber auch insoweit ist den Steuersparern durch die Regierung ein Riegel vorgeschoben worden.

Schon im Kalenderjahr 2002 war deshalb in der einschlägigen Wirtschaftspresse die Beteiligung an sogenannten geschlossenen Fonds kritisch und als wenig lukrativ betrachtet worden. Damals hatte eine Weisung des Ministeriums an die Finanzverwaltung künftig die Möglichkeit von Anlegern verbaut, die unter anderem durch Vertriebsprovisionen verursachten Nebenkosten sofort als Werbungskosten geltend zu machen (BMF-Schreiben v. 24.10.01, Az.: IV C 3 - S 2253a - 15/01). Dadurch sinken die Anfangsverluste, die die Steuerlast mindern, was ggf. im Fall von vermögenden Investoren Ziel der Investition war.

Auf keinen Fall sollte man Geld investieren, auf welches man selbst (z.B. für die Altersvorsorge) angewiesen ist.

Durch die Auflage sogenannter Containerfonds oder Schiffsfonds, die häufig in der Form von Publikumsgesellschaften gewährleistet wird, wird die Liquidität des am Markt tätigen Unternehmens durch das Einwerben von Kapital durch die Mitgesellschafter ermöglicht. Das durch die Beteiligungen eingesammelte Kapital der Gesellschaft ermöglicht dann die Aufnahme von Fremdkapital und oder den Abschluss von Leasingverträgen, mit welchen Flotten betrieben werden können, die vom weltweiten Bedarf an den Weltmärkten abhängig sind. Da Prognosen an Weltmärkten nicht jahrelang vorhergesehen werden können und unter anderem das betreibende Unternehmen auch von der Liquidität der eigenen Kunden abhängt, ist es ein spekulatives Geschäft. Von der Gewinnsituation hat die Wirtschaftskrise in den Kalenderjahren 2008-2009 deutlich gemacht, dass es ganz schnell bergab gehen kann. Daher sollte man überlegen, ob man sein Geld in eine derartige Kapitalanlage investiert.

So manches Fondsemissionshaus geriet stark in die Kritik angeblich zu positive Prognosen erstellt zu haben. Viele Anleger geschlossener Container-Fonds müssen daher nunmehr diejenigen Risiken realisieren, die solche Fonds kennzeichnen: Durch verminderte oder ausstehende Renditen steht die Plausibilität der Kapitalanlage und die Rückzahlung der investierten Einlage in Frage. Selbst die Rückforderung ausbezahlter Ausschüttungen droht zu Lasten der Kommanditisten, falls es der Gesellschaft schlecht geht. Schließlich ist zu vermuten, dass ggf. das Kapitalanlagemodell des Fonds insgesamt zu scheitern droht, soweit das Fondsmanagement teilweise Notverkäufe von Containern vornehmen musste.

Oder aufgrund des nicht durchdachten und wenig belastbaren Finanzierungskonzeptes die Folgefinanzierung nicht zustande kommt, womit ggf. kurz nach der ursprünglich angedachten Laufzeit weder das Ziel der Renditeerwirtschaftung noch das des Kapitalerhalts der Gesellschafter erreicht wurde.

Wieso hat man eigentlich so eine Beteiligung gezeichnet? Als Kapitalanleger hat man eigentlich keine Lust auf weltweite Spekulationsgeschäfte, wenn man noch nicht einmal die eigene Altersvorsorge gesichert hat. Falsche Beratung? Holen Sie sich Ihr Geld zurück.


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

Sie haben Fragen? Gleich Kontakt aufnehmen!

Rechtstipps zum Thema

Rechtstipps des Autors

Alle Rechtstipps von MJH Rechtsanwälte

Newsletter

Neue Urteile, hilfreiche Tipps und Kurioses im wöchentlichen anwalt.de-Newsletter.