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Es ist nicht alles Gold, was glänzt – Goldbarrenfälschungen im Internet

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Verkaufsplattformen wie eBay, eBay-Kleinanzeigen oder Quoka werden zunehmend von gefälschten Goldbarren überschwemmt. Dabei geht es nicht um große Barren von mehreren Kilogramm, wie man sie vielleicht aus Filmen kennt, sondern um sehr kleine Exemplare von 1 g bis 100 g, die mit den Markennamen der Originalhersteller versehen sind.

Für einen echten 1 g Goldbarren liegt der Marktpreis zurzeit bei ca. 35 €, für einen 100 g Goldbarren muss man schon ca. 3.500 € bezahlen. Wird dann ein gefälschter 100 g Goldbarren bei Ebay für 800 € angeboten, werfen viele Bieter ihre Bedenken über Bord. Zu groß ist die Verlockung auf ein lukratives Schnäppchen. Das ist es aber keineswegs, denn die Fälschung hat einen Materialwert von gerade einmal 2 - 5 €.

Ist es erst eine Straftat, wenn die Fälschung als Original verkauft wird?

Weil das Anbieten einer Fälschung als Original einen strafbaren Betrug darstellt, finden sich häufig in den Angebotstexten Aussagen wie:

„Da der Barren eingeschweißt ist, konnte ich die Echtheit leider nicht überprüfen lassen. Daher biete ich ihn ausdrücklich als unecht/ungeprüft und ohne Gewährleistung bzw. Rücknahme an.“

Oft werden auch Begriffe wie „Plated“, „Sammler“ oder „Deko“ verwendet, die dem Laien nicht sofort klarmachen, dass er hier auf eine Fälschung bietet. Das Ganze wird dann meistens noch damit kombiniert, dass es ein „Dachbodenfund“ sei oder aus einem Nachlass stamme.

Die Anbieter von Fälschungen fühlen sich durch solche Disclaimer in ihren Angebotstexten sicher, das Markenrecht der Originalhersteller nehmen sie nicht ernst. Zu unrecht.

Eine Markenverletzung kann auch strafbar sein

Denn auch wenn die oben beschriebene Vorgehensweise (nicht immer) einen Betrug darstellt, kann das Handeln der Anbieter dennoch eine Straftat darstellen.

Da die Fälschungen mit den Markennamen der Originalhersteller versehen sind, stellt das Anbieten dieser Fälschungen eine Markenverletzung dar. Begeht der Anbieter diese Markenverletzung zumindest mit sog. „bedingtem Vorsatz“, hält er also eine Verletzung der Markenrechte für zumindest möglich, stellt sein Angebot eine strafbare Kennzeichenverletzung nach § 143 MarkenG dar. Die Staatsanwaltschaft kann hier auch ohne Antrag des Originalherstellers und Markeninhabers von Amts wegen bei einem besonderen öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung tätig werden.

Sollten Sie also Opfer einer solchen Fälschung geworden sein, dann können (und sollten) Sie dies zur Anzeige bringen. 


Rechtstipp vom 29.11.2017
aus den Rechtsgebieten Markenrecht, Strafrecht

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            Rechtsanwalt Dr. Thomas Jochheim (Klinkert Rechtsanwälte PartGmbB) Rechtsanwalt Dr. Thomas Jochheim

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