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Feinstaub in Stößen: Dieselautos mit Abgasnorm Euro-6d-Temp nicht so sauber wie angenommen

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Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro-6d-Temp galten bisher als saubere Autos. Ihre geringen Abgaswerte brachten ihnen mitunter den Titel „Luftreiniger“ ein. Eine neue Studie hat jedoch herausgefunden: Diese vermeintlich sauberen Fahrzeuge stoßen doch jede Menge Schadstoffe aus –nicht kontinuierlich, sondern konzentriert.

Stoßweise Abgabe von Schadstoffen

Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) hat zwei Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro-6d-Temp untersucht: den Opel Astra 1,6 D und den Nissan Qashqai 1,5 dCI. Dank besserer Katalysatoren und größeren Tanks für das Abgasreinigungsmittel AdBlue geben diese Fahrzeuge weniger Stickoxide ab als andere Dieselautos. Sie haben jedoch einen Nachteil: In regelmäßigen Abständen pusten die neuen Dieselfahrzeuge ihre Partikelfilter frei, um ein Verstopfen zu verhindern. 

Dabei brennt die Motorsteuerung den Filter bei Temperaturen von mindestens 550 Grad Celsius frei – und das etwa alle 500 Kilometer, teilweise auch schon weit früher. Bei diesem Vorgang stoßen die Autos große Mengen an Schadstoffen aus. Das bedeutet: Anstatt permanent Feinstaub freizusetzen, stößt ein Dieselfahrzeug mit der Abgasnorm Euro-6d-Temp schädliche Partikel in regelmäßigen Spitzen aus.

Feinstaub zu Spitzenzeiten bei Abgasnorm nicht berücksichtigt

Laut dem aktuellen Test von T&E stießen die beiden untersuchten Modelle während der Regeneration des Dieselpartikelfilters (DPF) mehr als tausendmal so viel Feinstaub aus wie während des normalen Fahrbetriebs. Damit überschritten die Autos den Grenzwert von 600 Milliarden Partikel pro Kilometer für feste Partikel, die größer als 23 Nanometer sind. Diese Emissionsspitzen werden in den EU-Abgasnormen aber nicht berücksichtigt.

Damit bleiben, so T&E, 60 bis 99 Prozent des Ausstoßes aller eigentlich regulierten Partikel bei den Abgasnormen unberücksichtigt. Der beim Freibrennen des Filters freigesetzte Feinstaub sei laut der Umweltorganisation aber relativ ungefährlich. Die kleinen Partikel, die bis in die Lungenbläschen gelangen können, werden bei der Reinigung des Dieselpartikelfilters nur in geringem Maße ausgestoßen. Dennoch sollte der Gesetzgeber dafür sorgen, dass zukünftig vorgegebene Grenzwerte auch bei der Filterregeneration eingehalten werden. Solange Dieselfahrzeuge die vorgegebenen Grenzwerte nicht in allen Fahrsituationen einhalten können, kann von einem „sauberen“ Fahrzeug nicht die Rede sein.

Euro-6d-Temp-Diesel bergen weiteres Schadstoffrisiko

Neben den regelmäßigen Schadstoffausstößen bei der Filterreinigung, bergen Dieselautos mit der Abgasnorm Euro-6d-Temp noch ein weiteres Risiko. Um den Ausstoß von Stickoxiden zu reduzieren, spritzen die Fahrzeuge die Harnstofflösung AdBlue ein. Bei diesem Vorgang entsteht unter großer Hitze Ammoniak. Dieses Ammoniak kann sich in der Luft mit anderen Gasen mischen und gesundheitsgefährdende Partikel bilden. Dieser Ausstoß ließe sich durch Ammoniaksperrkatalysatoren vermeiden.

Weitere Informationen zum Abgasskandal

Wenn Sie mehr über den Abgasskandal und Ihre Rechte als Dieselfahrer erfahren wollen, kontaktieren Sie uns! Unsere erfahrenen Rechtsanwälte der Kanzlei VON RUEDEN prüfen, ob Sie einen Anspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Autohersteller haben oder ob Sie Ihr Dieselfahrzeug nach Rückzahlung des Kaufpreises zurückgeben können.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Schadensersatzrecht & Schmerzensgeldrecht, Zivilrecht

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