Zur Navigation springen Zum Inhalt springen Zum Footer springen
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.
Der Standort konnte nicht bestimmt werden.

Steuerrecht Firmenwagen im Betriebsvermögen für Unternehmer und Selbstständige – Was ist zu beachten?

  • 4 Minuten Lesezeit

Der Leitfaden beschäftigt sich mit den Fragen, die sich jeder Unternehmer und Selbstständige bei einem Firmenwagen stellt. Ziel ist es mit dem Firmenwagen Steuern zu sparen. Um nicht in eine Steuerfalle zu tappen oder nach einer Betriebsprüfung sich mit einem Steuerstrafverfahren auseinander zu setzen, beantwortet der Leitfaden die wichtigsten Kernfragen zum Firmenwagen für Unternehmer und Selbstständige. Für Arbeitnehmer gelten dagegen andere Regeln!

Firmenwagen – Kauf oder Leasing?

Es gibt spezielle Angebote für Unternehmer und Selbstständige. Der Kauf ist eine Investition in das Anlagevermögen und die Kaufentscheidung muss hinsichtlich Finanzierung und Liquidität geklärt werden. Ein Kauf auf Kredit verschlechtert durch die Fremdfinanzierung die Eigenkapitalquote, jedoch werden keine vertraglichen Verpflichtungen wie beim Leasing eingegangen. Die Kosten werden nach den amtlichen Abschreibungstabellen (AfA-Tabellen) über 6 Jahre anteilig abgeschrieben. In Sonderfällen kommt im ersten Jahr eine zusätzliche Sonderabschreibung von 20 % sowie ein Investitionsabzugsbetrag von 40 % in Betracht.

Das Leasing schont die Liquidität, da die Raten monatlich abgezahlt werden, erhöht jedoch die Fixkosten. Die vertraglichen Leasingbedingungen mit Regulierungen bezüglich jährlicher Kilometerleistung oder Auflagen bei Rückgabe können allerdings unattraktiv sein.

Welche Kosten und Aufwendungen kann ich von der Steuer absetzen?

Zu den laufenden Betriebskosten und damit grundsätzlich zu den Betriebsausgaben gehören:

  • Kfz-Steuer und Versicherung
  • Reparaturen und Ölwechsel
  • Jährliche Abschreibung (AfA) oder Leasingraten
  • Kosten für Tanken, Parken, Maut und Autobahn
  • Reifen

Stellen diese Kosten dann in voller Höhe Betriebsausgaben dar?

Möglichkeit 1: berufliche Nutzung 50 – 100 %

Der Firmenwagen mit mindestens 50 % betrieblichen Fahrten ist notwendiges Betriebsvermögen. Damit sind alle Kosten zu 100 % Betriebsausgaben. Der Nachweis der Nutzung ergibt sich aus dem Beruf (z.B. Handelsvertreter oder Handwerker) oder muss vom Unternehmer oder Selbstständigen durch ein vereinfachtes, 3 Monate lang geführtes Fahrtenbuch nachgewiesen werden.

Möglichkeit 2: berufliche Nutzung 10 – 50 %

Der Unternehmer oder Selbstständige kann entscheiden, ob der Firmenwagen zum gewillkürten Betriebsvermögen oder zum Privatvermögen gehört. Ist der Firmenwagen im gewillkürten Betriebsvermögen, so muss ein Fahrtenbuch geführt werden. Die Kosten zählen dann anteilig nach der Fahrtenbuchaufteilung zu den Betriebsausgaben.

Möglichkeit 3: berufliche Nutzung kleiner als 10 %

Der Firmenwagen mit weniger als 10 % betrieblichen Fahrten ist notwendiges Privatvermögen (und damit kein Betriebsvermögen!). Es können keine Kosten als Betriebskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Wie muss der Unternehmer oder Selbstständige den Privatanteil für den Firmenwagen versteuern?

Bei einer beruflichen Nutzung von mindestens 50 % ist der Firmenwagen notwendiges Betriebsvermögen und damit ergeben sich zwei Möglichkeiten:

  • Der Firmenwagen wird mit der 1-% Regelung versteuert, bei welcher pro Monat 1 % des Bruttolistenpreises zzgl. dem Arbeitsweg als geldwerter Vorteil versteuert werden muss.
  • Wird ein Fahrtenbuch geführt, werden bei dem Jahresabschluss die anteiligen privaten Kosten nach dem Fahrtenbuch als geldwerter Vorteil versteuert.

Bei einer betrieblichen Nutzung von 10 – 50 % (gewillkürtes Betriebsvermögen) werden die nach dem Fahrtenbuch privaten Kosten auch von Unternehmer bzw. Selbstständigen privat getragen. Hat das Unternehmen die Kosten entrichtet, liegt eine Entnahme vor. Die 1-% Regelung kann nicht angewendet werden.

Bei unter 10 % betrieblicher Nutzung werden die Ausgabe nur im Rahmen der Reisekosten geltend gemacht. Ein geldwerter Vorteil liegt nicht vor.

Was muss ich versteuern, wenn der Firmenwagen verkauft wird?

Ist der Firmenwagen im Betriebsvermögen (mehr als 50 % notwendiges und 10 – 50 % gewillkürtes Betriebsvermögen) dann gilt er als steuerverstrickt (nicht bei Leasing!). Das bedeutet, dass bei Verkauf des Firmenwagens der Verkauf komplett steuerpflichtig ist. Der Gewinn berechnet sich nach Verkaufspreis abzgl. dem Buchwert des Firmenwagens (Wert nach Abschreibungen mit dem der Firmenwagen im Anlagevermögen des Unternehmens ist). Auch bei einer Nutzung von weniger als 50 % erfolgt keine anteilige steuerliche Berücksichtigung (so zuletzt Bundesfinanzhof - BFH, Urteil vom 16.06.2020 - VIII R 9/18)

Steuerstrafrecht und Firmenwagen

Wird das Fahrtenbuch nicht oder nicht ordnungsgemäß geführt, so ist die 1-% Regelung anzuwenden. Dies führt zu einer nachträglichen Steuerforderung und kann zur Einleitung eines Steuerstrafverfahrens führen. Zu den gleichen Folgen führen falsch berechnete Werte für die Absetzung für Abnutzung (AfA), die falsche Versteuerung des geldwerten Vorteils oder die fehlerhafte Einordnung als Betriebsvermögen oder Privatvermögen.

Rechtzeitiges Handeln und gute Planung

Bevor ein Firmenwagen überstürzt angeschafft wird, müssen die steuerlichen Folgen betrachtet werden. Zusätzlich zu den regulären Ausgaben können Ausgaben wie Sonderabschreibungen oder Investitionsabzugsbeträge angesetzt werden und so zu einem steuerlichen Liquiditätsvorteil führen. Der zu versteuernde geldwerte Vorteil und die Höhe der beruflichen Nutzung müssen zwingend beachtet werden.

Es ist wichtig, bereits dann einzuschreiten, wenn man vermutet oder davon Kenntnis erlangt, dass ein Steuerstrafverfahren gegen einen selbst eingeleitet werden könnte, z.B. am Schluss der Betriebsprüfung vor der Schlussbesprechung.

Was für uns anwaltliche Routine darstellt, ist für Sie ein einschneidendes Ereignis in Ihrem Leben, verbunden mit einer hohen finanziellen Belastung. Das ist uns bewusst. Ich verstehe die anwaltliche Tätigkeit als höchstpersönliche Dienstleistung, die dazu dient, dass Sie sich um die Angelegenheit nicht mehr kümmern müssen, sondern Entlastung bekommen. Professionelle Unterstützung ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Daher sind wir über München hinaus für Sie bundesweit tätig.

Damit es nicht so weit kommt, kontaktieren Sie uns und wir strukturieren Ihr steueroptimiertes Paket. Maximilian Krämer - Ihr Experte bei DNK Dinkgraeve Norstedt Krämer Rechtsanwälte PartGmbB

Steuerberater und auf Steuerrecht spezialisierte Rechtsanwälte sind den Aufwand wert; so ist es günstiger, als das Finanzamt zu bezahlen. Denn es ist teuer, das Recht nicht zu kennen!

Foto(s): https://pixabay.com/de/photos/mann-wagen-reparatur-autoreparatur-362150/

Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Handelsrecht & Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Strafrecht

Artikel teilen:


Sie haben Fragen? Jetzt Kontakt aufnehmen!

Weitere Rechtstipps von Rechtsanwalt Maximilian Krämer LL. M.

Auffällig und vielerorts neu ist, dass Gemeinden in Deutschland vermehrt Zweitwohnungssteuern erheben und gegenüber Wohnungsbesitzern Steuerbescheide in nicht geringer Höhe erlassen. Insbesondere ... Weiterlesen
Schon im Mai habe ich über den Zusammenhang und die Gefahren der Corona-Soforthilfe und den Subventionsbetrug berichtet: Interview von Maximilian Krämer: Plötzlich Straftäter? Der Verdacht und die ... Weiterlesen
Darf eine Außenprüfung angeordnet werden, wenn der Anfangsverdacht einer Steuerstraftat besteht? Müssen in diesem Fall spezielle Belehrungspflichten beachtet werden? Der Bundesfinanzhof musste ... Weiterlesen

Beiträge zum Thema

25.07.2022
Wird ein Firmenwagen, der zum Betriebsvermögen gehört, vom Arbeitnehmer auch privat genutzt, ist der Vorteil für ... Weiterlesen
10.02.2022
Das deutsche Steuerrecht ist eines der komplexesten der Welt. Den Durchblick zu behalten, ist für Laien meist ... Weiterlesen
12.05.2017
Impressum-Verstoß Jeder, der gegen Entgelt Waren und Dienstleistungen anbietet, muss auf seiner Homepage ein ... Weiterlesen