Heiratsmonat Mai - Nachdenken über einen Ehevertrag

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Nach einer wissenschaftlichen Untersuchung diskutieren Paare vor der Heirat am intensivsten über drei Themen: Hochzeitsfeier, Nachnamen, Steuern. Das ist verständlich, da diese Themen die naheliegendsten sind. Außerdem gilt es als unromantisch darüber nachzudenken, welche juristischen Folgen eine Eheschließung oder gar Ehescheidung nach sich zieht. Dabei wird durchschnittlich jede dritte Ehe geschieden. Unproblematisch ist das, wenn aus der Ehe keine Kinder stammen und beide Ehegatten ihren Beruf beibehielten. Schwierig wird es häufig in den anderen Fällen, besonders wenn eine/r von beiden von der Trennung überrascht wurde.

Deshalb macht es durchaus Sinn, sich vor Eheschließung über die Folgen beraten zu lassen: Unterhaltszahlungen, Vermögensausgleich und Rente spielen während der Ehe und nach der Trennung / Scheidung eine Rolle. Hilfreich ist, wenn man sich Gedanken macht, wie die Lebensplanung aussieht, vor allem wenn Kinder kommen. Wie sollen Berufs- und Familienarbeit verteilt werden? Wieviel Fremdbetreuung ab wann können sich die künftigen Eltern vorstellen? Wie sollen unterschiedlich hohe Einkünfte bei den gemeinsamen Ausgaben berücksichtigt werden?

Entsprechend können ehevertragliche Regelungen getroffen werden, die beiden Eheleuten Sicherheit geben und unter Umständen jahrelange Gerichtsprozesse vermeiden.

Auch ohne Ehevertrag sollten beide Eheleute ihr Vermögen, das am Tag der Heirat vorhanden ist, dokumentieren. Die jeweiligen Belege müssen aufgehoben werden, da dies bei Streitigkeiten über den Zugewinnausgleich nach einer Scheidung die finanziellen Verpflichtungen mindert. Auch etwaige Schenkungen und Erbschaften, die während der Ehe geflossen sind, sollten aus den gleichen Grund dokumentiert werden.

Foto(s): Ulrike Köllner

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