Hundehaltung im Wohngebiet

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Das Baurecht beeinflusst unterschiedlich, welche Tierhaltung in bestimmten Baugebieten zulässig ist. In Dorfgebieten ist die Tierhaltung meist unproblematisch, während in Wohngebieten strengere Regeln gelten. Ein Fall, über den das OVG Saarlouis entschied (Beschluss vom 31.01.2024 - 2 A 177/22), verdeutlicht dies: Ein Grundstücksbesitzer, der in einem innenliegenden Wohngebiet lebte und drei Hunde sowie Truthähne hielt, musste auf behördliche Anweisung die Zahl der Hunde auf zwei reduzieren und die Truthähne abgeben. Das Verwaltungsgericht wies seine Klage ab, und auch der Antrag auf Zulassung der Berufung wurde abgelehnt. Das Gericht berücksichtigte die Größe und Lage des Grundstücks sowie die Rasse der Hunde, befand jedoch, dass die Tierhaltung nur im Rahmen der Hauptnutzung „Wohnen“ zulässig sei und eine überschreitung vorlag. Die Zulässigkeit der Tierhaltung bemisst sich somit nach dem jeweiligen Baugebiet und Einzelfall, wobei die konkrete Ausgestaltung durch den Bebauungsplan, die Umgebungsbebauung sowie die Beschaffenheit des Grundstücks und die Art sowie Anzahl der Tiere beeinflusst wird.

Das Baurecht hat durchaus auch Auswirkungen auf die Lebensweise der jeweiligen Anwohner. Je nach Baugebiet sind gewisse Nutzungen in einem bestimmten Bereich erlaubt oder eben ausgeschlossen. Neben Problemen des wie Kinderlärm, Sportbetrieb ist auch die Tierhaltung durchaus von baurechtlicher Bedeutung.

Klar ist beispielsweise in einem Dorfgebiet ist eine Tierhaltung unproblematisch, denn das Dorfgebiet wird gerade durch eine landwirtschaftliche Nutzung geprägt.

Anders allerdings in allgemeinen Wohngebieten. Diese Gebiete dienen vornehmlich dem Wohnen.

Klar ist aber auch, dass nicht jegliche Tierhaltung untersagt werden kann. Umgekehrt aber wird nicht jegliche Tierhaltung ohne Begrenzung zugelassen werden.

Auch Haustiere können hier zum Problem werden. Dies zeigt ein Fall, der auch vom Oberverwaltungsgericht entschieden wurde. Der Kläger besitzt ein relativ großes Wohngrundstücks im Innenbereich, an der Grenze zur Außenbereich. Auf dem Grundstück wurden drei Hunde gehalten und offenbar auch Truthähne, die entsprechend Lärm verursacht haben. Die Behörde hat daraufhin wegen dem Lärm per Bescheid auf zwei reduzieren lassen und die Haltung der Truthähne untersagt.

Die Klage gegen die Nutzungsuntersagung hat das Verwaltungsgericht abgewiesen. Aus Sicht des Gerichts war der Bescheid rechtmäßig und keine Rechtsverletzung feststellbar.

Der Antrag auf Zulassung der Berufung wurde durch das OVG Saarlouis (Beschluss vom Beschluss vom 31.01.2024 - 2 A 177/22) abgelehnt.

Sowohl die Größe des Grundstücks, als auch die Lage (nahe am Außenbereich) wurden berücksichtigt. Auch die Rasse der Hunde (Collies und Bobtails) wurde in Betracht gezogen. Dennoch ist die Zulässigkeit nur im Rahmen der Hauptnutzung (Wohnen) zulässig. Diese Hauptnutzung kann je nach Einzelfall auch überschritten sein.

Deshalb wurde hier die Haltung von mehr als zwei Hunden und Truthähnen nicht mehr als der Hauptnutzung dienend angesehen.

Je nach Baugebiet bemisst sich die Tierhaltung nach dem jeweiligen Einzelfall und kann teils weiter eingeschränkt werden, aber auch mehr Tiere umfassen. Es kommt auf das konkrete Baugebiet an, ggf. Festsetzungen im Bebauungsplan, Umgebungsbebauung, sowie Beschaffenheit des Grundstücks – aber auch Art und Anzahl der Tiere.


Foto(s): Janus Galka


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