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Immobilienverkauf in Spanien – die gemeindliche Wertzuwachssteuer

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Immobilienverkauf in Spanien – die gemeindliche Wertzuwachssteuer

Die gemeindliche Wertzuwachssteuer wird in Spanien umgangssprachlich auch als plusvalía municipal bezeichnet.

Die Steuer ergeht aus dem staatlichen Haushaltsgesetz und dem Art. 107 LHL, welches die Gemeinden mit dem Steuersatz und dem Bodenwert individuell bestimmen können. Die Eigentumsdauer ist für die Höhe der Steuerfestsetzung entscheidend, da im ersten Jahr nach Erwerb keine Steuer anfällt und der maximale Steuerbetrag nach 20 Jahren erreicht wird.

Damit finden sich in Spanien Orte mit erheblichen Steuerbescheiden wie Telde, San Bartolome de Tirajana, Agüimes (Gran Canaria), Arona, Puerto de la Cruz (Teneriffa), Antigua (Fuerteventura), Torrevieja (Valencia) oder Barcelona, etc.

Die gemeindliche Wertzuwachssteuer ist bislang bei jeder Eigentumsübertragung an die Gemeinde zu zahlen. Folglich ist beim Immobilienverkauf vom Verkäufer die gemeindliche Wertzuwachssteuer zu zahlen gewesen.

Die erste Rechtsprechung aus dem Jahre 2010 entstand aus der Immobilienkrise, da nicht verständlich war, dass Immobilien, die mit Verlusten verkauft wurden, zu einer Gewinnsteuerzahlpflicht führen sollten.

Die spanische zentralstaatliche Gewinnsteuer war negativ, da die Immobilien mit Verlusten verkauft wurden, wogegen die Gemeinden Steuerbescheide mit erheblichen Steuerzahlbeträgen erließen. Damit begann die Rechtsprechung die ersten Steuerbescheide aufzuheben.

Dann wurden die Steuerbescheide korrigiert, da die Berechnungsgrundlage sich nicht aus der vergangenen Bodenwertsteigerung gebildet hat, sondern aus dem aktuellen Bodenwert aus dem Grundsteuerbescheid und Katasterauszug.

Aktuell 2018:

Aktuell im Jahre 2018 und jetzt mit dem Urteil vom Verwaltungsgericht in Las Palmas de Gran Canaria vom 29.01.2018 wird jetzt auch bei Erbschaften der Steuerbescheid der gemeindlichen Wertzuwachssteuer aufgehoben und zugunsten der Erben angeordnet, dass die Gemeinde die gezahlte Wertzuwachssteuer zzgl. Verzugszinsen zurückzahlt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, doch das spanische Verfassungsgericht hat schon zwei Normen aus dem LHL Gesetz als verfassungswidrig erklärt, folglich ist die Berufung wenig erfolgsversprechend.

Unser Service:

Wir vertreten Sie beim Immobilienverkauf und bei Erbschaften in Spanien und stellen den juristischen korrekten Antrag, sodass Sie bei einer Gesetzesänderung den Rückforderungsantrag stellen können.

Sie können bereits jetzt den Rückforderungsantrag der bezahlten Wertzuwachssteuer stellen, müssten bei negativem Bescheid jedoch den Rechtsweg beschreiten, mit guten Erfolgschancen.

Wichtig:

Sie sollten nicht länger als 4 Jahre nach dem Steuerbescheid mit dem Rückforderungsantrag warten, da ansonsten eine Verjährung eintreten könnte.


Rechtstipp vom 02.02.2018
aus der Themenwelt Finanzamt und Steuern und dem Rechtsgebiet Steuerrecht | Spanisches Recht

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