Kündigung wegen Krankheit - ​lohnt sich eine Klage?

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In unserer Fachanwaltskanzlei für Arbeitsrecht erhalten wir immer wieder Anrufe von Arbeitnehmern, die gekündigt wurden, weil sie (vermeintlich) zu oft arbeitsunfähig gewesen sind. Doch ist es wirklich so einfach, jemanden zu kündigen, weil er krank ist? Oder stehen die Chancen auf eine Abfindung doch ganz gut? In diesem Rechtstipp erfahren Sie mehr zum Thema krankheitsbedingte Kündigung.

Grundsätzlich genießen Arbeitnehmer in Deutschland einen starken Kündigungsschutz. Das bedeutet, dass Arbeitgeber nicht ohne weiteres eine Kündigung aussprechen können, wenn der Arbeitnehmer krank ist. Laut § 1 KSchG (Kündigungsschutzgesetz) ist eine Kündigung nur dann zulässig, wenn sie sozial gerechtfertigt ist. Bei einer krankheitsbedingten Kündigung müssen daher bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Die Voraussetzungen werden in drei Schritte unterteilt:

  1. Negative Gesundheitsprognose: Es muss die begründete Annahme bestehen, dass der Arbeitnehmer auch in Zukunft häufig krank sein wird.
  2. Erhebliche Beeinträchtigung betrieblicher Interessen: Durch die Fehlzeiten entstehen dem Arbeitgeber konkrete Probleme, wie etwa erhebliche Arbeitsausfälle oder hohe Kosten.
  3. Interessensabwägung: Der Arbeitgeber muss die Interessen beider Parteien abwägen. Dabei spielt beispielsweise die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine Rolle.

Häufige Fehler der Arbeitgeber

Oft machen Arbeitgeber die gleichen Fehler bei der krankheitsbedingten Kündigung. Es wird entweder kein oder ein falsches Betriebliches Eingliederungsmanagement durchgeführt und/oder die Fehltage sind nicht ausreichend. Beides erhöht Ihre Chancen auf eine Abfindung.

Das betriebliche Eingliederungsmanagement

Vor einer krankheitsbedingten Kündigung ist der Arbeitgeber zudem dazu verpflichtet, ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Ziel des BEM ist es zu klären, wie die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters überwunden werden kann und mit welchen Mitteln erneuten Erkrankungen vorgebeugt oder der Arbeitsplatz des Mitarbeiters erhalten werden kann. Wird ein BEM nicht oder nicht korrekt durchgeführt, kann das eine Kündigung unwirksam machen und damit die Chancen auf eine Abfindung erhöhen.

Anzahl der Fehltage

Es gibt keine feste Zahl von Fehltagen, die automatisch zu einer Kündigung berechtigt. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden, und die Krankheitstage allein sind nicht entscheidend. Es kommt vielmehr auf die Umstände, wie die Art der Krankheit und die Auswirkungen auf den Betrieb an. Regelmäßig wird erst ab 42 Fehltagen pro Jahr von einer so genannten negativen Prognose ausgegangen. Liegen Ihre Fehltage darunter, erhöht dies die Chancen auf eine höhere Abfindung.

Kostenlose Ersteinschätzung

In unserer Kanzlei beschäftigen wir uns tagtäglich mit Kündigungen und Aufhebungsverträgen. Wir vertreten hierbei sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber und kennen daher die Position der jeweils anderen Seite sehr genau. Das Team um Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Dr. Frank Zander wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, so zum Beispiel vom Magazin Stern als eine von Deutschlands Top-Kanzleien im Arbeitsrecht (2022 und 2024). Dr. Frank Zander wird in der Focus-Anwaltsliste 2023 als Top-Anwalt im Arbeitsrecht gelistet.

Für eine unverbindliche und kostenlose telefonische Ersteinschätzung stehen Ihnen unsere Fachanwälte für Arbeitsrecht gerne unter 0621/399997480 zur Verfügung.

Foto(s): Michael Zellmer

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