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Mediation bei Konflikten in der Unternehmensnachfolge

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Generationsprobleme und damit im Zusammenhang stehende unterschiedliche Ansichten über die Unternehmensführung sind Konflikte, die sich nicht auf juristischem Weg klären lassen, sondern einer professionellen Unterstützung in der außergerichtlichen Konfliktlösung bedürfen. Mediation bietet die Chance, gemeinsam neue Wege zu finden, um den Betriebsfrieden wiederherzustellen.

Beispiel eines Konflikts in der Unternehmensnachfolge:

Der Seniorchef möchte die Fortführung der Geschäfte in jüngere Hände übergeben. Gleichzeitig kann er sich nicht vorstellen, dass er sofort sämtliche Verantwortung abgibt und sein Nachfolger alt bewährte Strukturen erneuern will. Er fürchtet um die Früchte seines Lebenswerks und nimmt weiter Einfluss auf die Unternehmerentscheidungen. Diese stehen aus Sicht der jüngeren Generation nicht im Einklang mit den Erfordernissen an eine moderne Unternehmensführung. Es kommt zu Konflikten über die Entscheidungskompetenzen.

Lösung des Konflikts:

Im Rahmen von Mediationssitzungen ist es dem Seniorchef möglich, seine tiefsitzenden Ängste um den Erfolg „seiner“ Firma darzulegen und seinem Nachfolger zu vermitteln, dass es nicht das Festhalten an Macht ist, wenn er seinen Einfluss auf die Unternehmerentscheidungen einfordert, sondern dass er die Anerkennung seiner Lebensleistung wertgeschätzt wissen will und nicht alles veraltet und unmodern war, wie er in den vergangenen Jahrzehnten das Unternehmen geführt hat. Sein Nachfolger kann ihm vermitteln, dass das Unternehmen nicht wirtschaftlich geführt werden kann mit widerstreitenden Führungsstilen sowie um Vertrauen werben, dass ein Umbruch von Strukturen neue Wege eröffnet.

Die Errungenschaften der Mediation sind:

Es wurde vereinbart, dass das Unternehmen zukunftsorientiert geführt wird und die Entscheidungskompetenzen alleine in Händen des Nachfolgers liegen. Mit dem Senior, der nur schrittweise aus der Firma ausscheiden will, wird vereinbart, dass es wöchentliche Besprechungen gibt, in denen die Umsatzentwicklungen besprochen werden, um Vertrauen zu schaffen, dass der neue Führungsstil nicht das Unternehmen herunterwirtschaftet. Kundenkontakte, die über viele Jahrzehnte aufgebaut wurden, sollen erhalten werden, in dem der ausscheidende Geschäftsführer offiziell die Geschäfte an seinen Nachfolger übergibt. Als Ziel wurde vereinbart, dass der Senior zum Ende des Jahres aus dem operativen Geschäft insgesamt aussteigt.

Anja van der Broeck

Fachanwältin für Arbeitsrecht

Fachanwältin für Familienrecht

Mediatorin


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Mediation

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