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Mediation statt Gericht?

  • 2 Minuten Lesezeit

Nach mehr als 30 Jahren Berufserfahrung im Familienrecht habe ich eine Mediationsausbildung abgeschlossen, da die quälende Dauer von Gerichtsverfahren und die Unabsehbarkeit des Ergebnisses, insbesondere im Unterhaltsrecht, zu groß geworden sind und das Leben der Beteiligten auf lange Jahre vergiften können.

Was ist Mediation?

Mit einer Mediation wollen wir streitenden Menschen, egal ob es um Familie, Nachbarn oder Beruf geht, ermöglichen, in einem geregelten Verfahren eine Lösung zu finden, die beiden oder allen Beteiligten dient.

Was ist der Unterschied zu einem Gerichtsverfahren?

In einer Mediation wollen wir den Beteiligten helfen, die jeweils andere Sicht der Dinge besser zu verstehen und dadurch zu einer gemeinsamen Lösung zu finden. In einem Gerichtsverfahren ist dies regelrecht kontraproduktiv. Jede Seite muss möglichst pointiert ihre Interessen darstellen und durchzusetzen versuchen, wenn sie in einem Rechtsstreit gewinnen will.

Für wen ist Mediation geeignet?

Zumindest im Familienrecht gibt es nach meiner Erfahrung drei verschiedene Konstellationen:

1. Beide Eheleute/Eltern sind mit der Trennung einverstanden, meist haben sie sich auseinandergelebt, manchmal haben beide schon neue Partner,. Sie finden, gegebenenfalls nach rechtlicher Beratung, eher unkompliziert eine Lösung für Finanzen und Kinder.

2. Ein Ehegatte trennt sich. Der andere Ehegatte ist wütend, gekränkt und schockiert. Dies führt entweder zu einer völligen Erstarrung der Kommunikation oder zu heftigen Streits und Auseinandersetzungen. Mit dem Zeitablauf legen sich die Emotionen, die Beteiligten fangen an, wieder miteinander zu reden und finden, manchmal auch mithilfe von Außen, eine Lösung zur Gestaltung des weiteren Lebens.

3. Eine oder einer der beiden Eheleute hat eine psychische Erkrankung, eine schwere, häufig narzisstische Persönlichkeitsstörung oder es besteht aufgrund von Herkunft/Einkommen/Vermögen ein großes Machtgefälle, dem sich die "unterlegene" Seite während der gesamten Ehe  gebeugt hat. Eine Kommunikation ist kaum vorhanden.

In keinem dieser Fälle ist es unmöglich, mit einer guten Mediatorin oder einem guten Mediator eine Lösung zu finden. Bei der dritten Fallgruppe ist es jedoch unter Umständen sehr schwierig. Wenn eine Seite darauf beharrt, dass die Lösung so aussehen muss, wie es von ihr vorgeschlagen wird, bleibt häufig nur der gerichtliche Weg, wenn man nicht in allen Punkten nachgeben will.

Der gerichtliche Weg allerdings kann sehr lange dauern, manchmal Jahre, ist teuer und bindet unglaublich viel Energie. Beide Beteiligte können die Ehe nicht abschließen, solange die finanziellen Sachen und /oder die Angelegenheiten die Kinder betreffend nicht geregelt und sie dann geschieden sind. Dies kann eine große Belastung sein, ist manchmal aber unumgänglich.

Die Gebühren eines Gerichtsverfahrens können bei hohen Einkünften und Vermögen in die Tausende gehen, dazu kommen häufig Gutachterkosten. Bei einer Mediation wird regelmäßig ein Stundenhonorar abgerechnet, das je nach Profession und Erfahrung unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Beide Beteiligte sollten mit der jeweiligen Mediatorin/Mediator ein gutes Gefühl haben, sich gesehen und gehört fühlen, und andernfalls gegebenenfalls die Mediation abbrechen und sich auf die Suche nach einer neuen Mediatorin/Mediator machen.

Falls Sie es mit einer Mediation veruschen wollen,vereinbaren Sie bitte einen termin mit usnerem Skretariat.


Foto(s): https://www.istockphoto.com/de/foto/trauriger-junge-zwischen-eltern-die-ihnen-beim-k%C3%A4mpfen-zuh%C3%B6ren-gm1297065663-390303419

Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Familienrecht

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