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OLG Düsseldorf: Vorsicht bei Fotoverwendung im Internet

Rechtstipp vom 09.12.2015
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Der Inhaber eines spanischen Restaurants in Köln hatte im Internet mit einem Foto einer Bildagentur geworben, in dem ein Torero beim Kampf mit einem Stier gezeigt wird in dem Moment, in dem der Stier das rote Tuch des Toreros berührt. Allerdings hatte der Restaurantinhaber diesem Bild noch ein Flamenco tanzendes Paar hinzugefügt.

Die Bildagentur, als Inhaberin der Rechte des Fotografen, machte nun gegen den Restaurantbesitzer Ansprüche auf Unterlassung, Auskunft und Schadenersatz geltend. Die Düsseldorfer Richter waren der Meinung, dass das Foto nicht nur wegen dessen Ausdruckskraft urheberrechtlich geschützt sei und deswegen nur mit Erlaubnis des Berechtigten hätte verwendet werden dürfen. Die Einfügung des Tanzpaares wiederum habe nicht dazu geführt, dass in Verbindung mit dem verwendeten Foto ein neues urheberrechtlich geschütztes Werk entstanden sei. Deswegen hätte der Urheber auch bei unbefugter Verwendung des Fotos benannt werden müssen. Die Tatsache, dass sich auf dem Foto der Agentur keinerlei Hinweis auf den Urheber befunden habe, ändere daran nichts, der Restaurantbesitzer hätte diesen eben ermitteln müssen. Da dies nicht geschehen war, wurde er zur Unterlassung, Auskunft und Schadenersatz verurteilt.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 16.6.2015 - I 20 U 203/14, WRP 2015, 1150

Tipp:

Bei der Verwendung von Fotografien im eigenen Internetauftritt oder auch in sonstigen Werbemitteln sollte vor der Nutzung geklärt werden, wer das Werk geschaffen hat (Fotograf) ist und wem die Nutzungsrechte zustehen. Eine fehlende Urheberbenennung ist kein Indiz dafür, dass das Werk gemeinfrei, also ohne Gestattung genutzt werden darf. Da fast jede Fotografie als „Lichtbild“ urheberrechtlichen Schutz gewährt wird, muss der Verwender hier besonders sorgfältig arbeiten. Durch das Aufspielen auf den Server wurde das Werk vervielfältigt und durch deren Freischaltung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, dies ist nicht mit den Fällen der Verlinkung und Framing zu verwechseln.


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten IT-Recht, Urheberrecht & Medienrecht

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