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P&R Container in Schwierigkeiten – Verluste für Anleger vermeiden

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Container sind im Güterverkehr unerlässlich und ein Milliardenmarkt. Nachdem die Schifffahrtkrise Anleger von Schifffonds im Milliardenbereich schädigte, zeichnet sich der nächste Anlegerskandal ab.

Der größte Anbieter von Direktinvestments in Container, P&R, stellte am 07. März dieses Jahres den Vertrieb seiner aktuellen Angebote ein. 

Anleger wurden bereits stutzig, als sich Mietauszahlungen und fällige Rückkäufe verzögerten. Ein Teil der Anleger hat auch in die Magellan Maritime Services GmbH investiert, die ebenfalls Direktinvestitionen in Container angeboten hat und 2016 Insolvenz anmeldete. Fast 10.000 Anleger der Magellan Maritime Services GmbH mussten leidvoll erfahren, dass auch eine Direktinvestition in Container nicht vor Schäden schützt. 

Nun scheint es so, als würde P&R dasselbe Schicksal ereilen – und die Anleger möglicherweise auf hohen Verlusten sitzen bleiben.

Möglicher Ausweg: 

Ein Ausstieg der betroffenen Anleger aus ihrer Beteiligung unter dem Gesichtspunkt der Schadensbegrenzung.

Was ist P&R?

P&R – Einfach, ertragreich und zuverlässig, wie seine Anbieter glauben machen wollen oder nur ein Schnellballsystem im großen Stil?

P&R ist seit 1975 am Markt und galt bisher als „sichere Nummer“. Jahrzehnte lang wurden die Verträge durch P&R Container erfüllt. Rücknahmepreise wurden unabhängig vom Markt immer bezahlt. Die P&R Unternehmensgruppe hat ein Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden Euro und mehr als 50.000 Kunden.

Interessenten wurden mit festen Mietzahlungen, überschaubaren Laufzeiten von 3-5 Jahren angelockt und verließen sich darauf, dass die Vertragspartner die Vermietung regeln und am Ende der Laufzeit die Container zurückkaufen.

Wie funktioniert das System von P&R?

Anleger werden selbst Eigentümer ihres Containers und vermieten diese an verschiedene Reeder auf der ganzen Welt. Die Vermietung sowie der Zahlungsverkehr werden hierbei durch eine Verwaltungsgesellschaft übernommen.

2013 erreichte P&R mit 1,01 Milliarden EUR seinen Platzierungsrekord an eingesammeltem Anlegerkapital. Am häufigsten wurden damals Container mit einer Laufzeit von 5 Jahren verkauft – demnach ist in diesem Jahr der Rückkaufzeitpunkt. P&R muss laut Angabe von investmentcheck.de ein Volumen von mehr als einer halben Milliarde Euro veräußern.

War die Schieflage von P&R schon länger vorhersehbar?

Waren alternative Geldanlageangebote früher vollkommen unreguliert, so sind seit 2016 Prospekte nach festen Regeln Pflicht für Anbieter. Die Prospektpflicht lieferte interessante Erkenntnisse: 

Das Handelsblatt listete für die Jahre 2014 bis 2016 Unterdeckungen zwischen 190 und 157 Mio. EUR pro Jahr auf. Diese Beträge wurden laut investmentcheck.de aus Erträgen von Neugeschäften zugeschossen. Diese Neugeschäfte sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 40 % eingebrochen. Investmentcheck.de stellt in seinem aktuellen Bericht die Frage „War das P&R-Modell trotz 42 Jahren Laufzeit doch eine Form von Schneeballsystem?“ Laut Recherchen von investmentcheck.de wurden zurückgegebene Container aus früheren Investments als gebrauchte Container erneut an Anleger verkauft. Alter und Angaben zu den Marktpreisen der Container vermisst man in den Verkaufsprospekten. Investmentcheck.de gibt an, dass die Container mit gewaltigen Abweichungen zum Marktpreis verkauft wurden. 

Ende 2017 teste Finanztest fünf Container-Direktinvestments. P&R Container-Investitions-Programm NR. 5004 schnitt dabei mit „mangelhaft“ ab (Lesen Sie hier mehr: https://www.test.de/Container-kaufen-Fast-alle-aktuellen-Investment-Angebote-mangelhaft-5250364-5250370/?paysuccess=true#).

Der aus unserer Sicht bedrohliche Verlauf erinnert an die krisenhafte Entwicklung beider Magellan Maritime Services GmbH. 

Wir überprüfen Ihre Ansprüche kostenfrei und für Sie unverbindlich. 

Wir vertreten bereits Anleger beider Gesellschaften.

Lesen Sie hier mehr:

Handelsblatt, „Drohender Anlageskandal – Container-Investments droht eine Schieflage – Anbieter P&R verschiebt Auszahlungen an Anleger“, 08.03.2018, http://www.handelsblatt.com/my/finanzen/anlagestrategie/trends/drohender-anlageskandal-container-investments-droht-eine-schieflage-anbieter-pundr-verschiebt-auszahlungen-an-anleger/21048164.html?ticket=ST-9983861-FHXnspnxom2iPsqQJUxU-ap2

Investmentcheck.de „Bestätigungsvermerkte nur mit Einschränkungen“, 22.07.2016, http://www.investmentcheck.de/?nv=5814&id=2855

Investmentcheck.de „Fragwürdige Mietunterdeckungen bei P&R“, 26.06.2017, http://www.investmentcheck.de/?nv=5814&id=3288

Investmentcheck.de „Wie groß ist das Feuer unterm Dach, 08.03.2018, http://www.investmentcheck.de/?nv=5814


Rechtstipp aus dem Rechtsgebiet Bankrecht & Kapitalmarktrecht

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