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Standard Life – wird der Brexit zum finanziellen Wagnis für die Versicherten?

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Erst kürzlich wurden die Versicherten der britischen Standard Life angeschrieben und darüber in Kenntnis gesetzt, dass beabsichtigt sei, zahlreiche Lebensversicherungsverträge der Standard Life Assurance auf die Standard Life International zu übertragen. Diese beabsichtigte Maßnahme könnte erhebliche Folgen haben, soweit es um den Insolvenzschutz der eingezahlten Gelder geht.

Zur Zeit sind durch das „Financial Services Compensation Scheme“ (FCSC) die von den Versicherungsnehmern eingelegten Gelder geschützt, es handelt es sich hierbei um einen Entschädigungsfonds, der vor Anspruchsverlusten im Fall einer Insolvenz schützen soll. Durch die beabsichtige Verlegung würde dieses wichtige Sicherungsmittel für eine Vielzahl von Verträgen wohl entfallen mit der Folge, dass im Fall einer Insolvenz eben dieser Entschädigungsfonds nicht greifen würde. 

Es fragt sich insoweit, ob auch ohne diesen Sicherungsfonds ein adäquater Schutz der Versicherten gewährleistet ist? Um diese Frage zu prüfen, wurde ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen. Wir empfinden die Situation – nach wie vor – als undurchsichtig und hinterfragenswert, wenn die Standard Life hierzu etwa ausführt, dass „keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Inhaber von Versicherungsverträgen erwartet“ werden. 

Es bleibt die Frage, welche unwesentlichen Auswirklungen ganz offenbar eintreten werden und ob die Einschätzung des unabhängigen Sachverständigen überhaupt grundsätzlich zutreffend ist.

Wir raten Betroffenen daher, ihre Verträge prüfen zu lassen. Dabei sollte geprüft werden, ob es sich empfiehlt den Vertrag fortzusetzen bzw. beitragsfrei zu stellen. Auch sollte geprüft werden, inwieweit Lösungsmöglichkeiten bestehen, insbesondere sollte geprüft werden, ob ein Widerspruch noch möglich ist und ob dieser der Kündigung vorzuziehen wäre. Wir unterstützen Sie gerne bei dieser schwierigen Abwägung.

Dr. Iris Ober

Rechtsanwältin / Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht


Rechtstipp aus den Rechtsgebieten Bankrecht & Kapitalmarktrecht, Versicherungsrecht

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